Der längste Zug der Welt, bestehend aus 100 Waggons und 1906 Meter lang, fuhr über die Rhätische Bahn.

Karel Novak, Veröffentlicht am 31/10/2022
Der längste Zug der Welt, bestehend aus 100 Waggons und 1906 Meter lang, fuhr über die Rhätische Bahn.
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Die Rhätische Bahn (RhB) fuhr mit dem längsten Schmalspur-Personenzug der Welt auf der UNESCO-Welterbestrecke vom Albulatunnel in Preda zum weltberühmten Landwasserviadukt bei Filisur.


Die RhB ist am Samstagnachmittag, 29. Oktober 2022, mit 25 vierteiligen Capricorn-Triebwagen des Schweizer Herstellers Stadler auf der Albulalinie unterwegs gewesen. Der 1'906 Meter lange Rekordzug wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag und am Samstagmorgen im Albulatunnel aufgereiht. Um 14.20 Uhr setzte er sich dann in Preda in Bewegung. Kurz nach 15.30 Uhr erreichte der Rekordzug sein Ziel: die Querung des Landwasserviadukts.

"Nach intensiver Vorbereitung sind wir überglücklich, diesen Weltrekord erreicht zu haben. Wir hatten nicht nur ein wunderschönes Bahnfest hier in Bergün, sondern konnten uns dank unseren engagierten Partnern, Sponsoren und einem unglaublich engagierten Team in der ganzen Welt als faszinierende und innovative Bergbahn präsentieren", sagt Renato Fasciati, Direktor der RhB kurz nach dem Weltrekordversuch. Der Erfolg des Weltrekords wurde vor Ort von GUINNESS WORLD RECORDS™ offiziell bestätigt.

  • Der Zug bestand aus 25 Kompositionen mit je vier Waggons der neuen Capricorn-Triebwagen und hatte eine Gesamtlänge von 1.906 Metern.
  • Die Weltrekordstrecke von Preda nach Alvaneu ist 24.930 Meter lang.
  • Der Zug legte einen Höhenunterschied von 789,4 Metern zurück (Preda = 1.788,7 m ü. NN; Alvaneu = 999,3 m ü. NN).
  • Die rekordverdächtige Reise führte über 48 Brücken und durch 22 Tunnel.
  • Das größte Viadukt auf der Weltrekordstrecke ist das weltberühmte Landwasserviadukt kurz nach Filisur mit einer Länge von 142 Metern und einer Höhe von 65 Metern.
  • Der längste Tunnel auf der Weltrekordstrecke ist der Greifensteintunnel kurz vor Filisur mit einer Länge von 698 Metern.
  • Bei dem Versuch, den Weltrekord zu brechen, wurden 4.000 kWh an Bremsenergie (Rekuperation) erzeugt.
  • Der Weltrekordzug war mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 35 km/h unterwegs.
  • Die rekordverdächtige Fahrt dauerte etwa eine Stunde.
  • Das Gewicht des rekordverdächtigen Zuges betrug rund 2 990 Tonnen.
  • Die Kommunikation innerhalb des Zuges wurde über ein fast zwei Kilometer langes Feldtelefon des Zivilschutzes sichergestellt.
  • Außerdem waren 7 Triebfahrzeugführer und 21 Techniker mit dem Zug beschäftigt, um seine Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde außerhalb von Bergün ein Festivalgelände aufgebaut, auf dem rund 3.000 Besucher dem Weltrekordversuch beiwohnten. Auf dem Festivalgelände präsentierte Märklin auch den Weltrekordzug im Miniformat - mit 25 Capricorn LGB-Modellzügen und einer Länge von 80 Metern im Maßstab 1:22,5. Mehr als 120 Medienvertreter aus 15 Ländern verfolgten den Weltrekordversuch live.

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