Der „Centralny Port Komunikacyjny“ (CPK) hat ein zweites Ausschreibungsverfahren für den Bau der ersten Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke Polens zwischen Warschau und Łódź eingeleitet und hält damit die Dynamik des Vorzeigeprojekts im Eisenbahnbereich des Landes aufrecht.
Die neue Ausschreibung betrifft einen 14,3 Kilometer langen Abschnitt der Bahnstrecke Nr. 85 zwischen dem Flughafen-Knotenpunkt und dem Knotenpunkt Bolimów. Der Auftrag wird im Rahmen eines wettbewerblichen Dialogs vergeben; Teilnahmeanträge müssen bis zum 12. Juni eingereicht werden.
Dieser Abschnitt ist Teil der geplanten polnischen Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Y-Form, die Warschau, Łódź, Posen und Breslau verbinden soll. Die Strecke ist für Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h ausgelegt und stützt sich auf neue technische Standards, darunter eine 25-kV-Wechselstrom-Oberleitung, kreuzungsfreie Übergänge sowie spezielle Lärm- und Schwingungsdämpfungsmaßnahmen.
Der Auftrag wird nach einem „Optimieren und Bauen“-Modell abgewickelt. Der ausgewählte Auftragnehmer erstellt auf der Grundlage der vorhandenen Baupläne detaillierte Planungsunterlagen und führt anschließend die Arbeiten aus.
Der Auftrag umfasst den Bau von 55 Ingenieurbauwerken, darunter Brücken, Straßen- und Eisenbahnviadukte, Durchlässe und Wildtierübergänge, sowie den Neubau oder die Sanierung von rund 30 Kilometern Straße.
CPK plant, bis zu fünf Auftragnehmer oder Konsortien für die Dialogphase auszuwählen, basierend auf deren Erfahrung bei früheren Eisenbahnbauprojekten.
Das neue Verfahren folgt auf die kürzlich erfolgte Ausschreibung für einen weiteren Abschnitt der Strecke Nr. 85 zwischen Kotowice und dem Flughafen-Knotenpunkt. Zusammengenommen zeigen diese Schritte, dass Polen beim Hochgeschwindigkeitskorridor Warschau–Łódź von der Planungsphase zur schrittweisen Auftragsvergabe übergeht.
Für die verbleibenden Streckenabschnitte, darunter Warschau West–Kotowice, der Knotenpunkt Bolimów, der Knotenpunkt Bolimów–Brzeziny und Brzeziny–Łódź, werden derzeit weitere Ausschreibungen vorbereitet. Außerdem sind separate Verfahren für die Signal-, Telekommunikations- und Traktionsstromversorgungssysteme der gesamten Strecke geplant.
Nach dem aktuellen Zeitplan soll der Abschnitt Warschau–Łódź voraussichtlich 2032 zusammen mit der Anbindung an den neuen Flughafen in Betrieb genommen werden. Das ausgedehnte „Y“-Netz soll bis 2035 bis nach Posen und Breslau reichen.
Für den europäischen Eisenbahnsektor bleibt das Projekt eines der am meisten beachteten Hochgeschwindigkeitsbahnvorhaben in Mittel- und Osteuropa, das langfristige Auswirkungen auf die regionale Anbindung, die Erreichbarkeit von Flughäfen und die Rolle Polens im künftigen Nord-Süd- und Ost-West-Eisenbahnverkehr hat.