Obwohl beide Unternehmen über einen guten Auftragsbestand und laufende Lieferungen berichten, unterscheidet sich ihre Finanzlage, die durch Projektzeitpläne, Vertragsstrafen und neue Verträge beeinflusst wird.
Talgo: Umsatzwachstum und Rückstellung für Renfe-Strafe
Talgo meldete für 2024 einen Umsatz von 669 Millionen Euro, was einem Anstieg von 2,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das EBITDA des Unternehmens, ohne die Rückstellung für die Renfe-Strafe, betrug 70 Mio. Euro mit einer Marge von 10,5 %. Der Nettogewinn ohne diese Rückstellung betrug 8,8 Millionen Euro.
Ein wichtiges finanzielles Ereignis für Talgo im Jahr 2024 war die Bildung einer Rückstellung in Höhe von 116 Mio. € für die von Renfe verhängte Vertragsstrafe wegen Verzögerungen bei der Auslieferung von 30 Hochgeschwindigkeitszügen des Typs Avril. Talgo behauptet, dass die Verzögerungen durch Faktoren verursacht wurden, auf die das Unternehmen keinen Einfluss hatte, und prüft rechtliche Möglichkeiten. Der Auftragsbestand des Unternehmens beläuft sich auf 4,17 Milliarden Euro, wobei mehr als 80 % der Projekte international sind. Zu den wichtigsten Aufträgen gehören Intercity-Züge für die DB, DSB und ENR.
CAF: Höhere Einnahmen und höhere Rentabilität
CAF meldete für 2024 einen Umsatz von 4,21 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 10 % gegenüber 2023 entspricht. Das EBIT des Unternehmens wuchs um 21 % auf 216 Mio. EUR, während der Nettogewinn um 16 % auf 103 Mio. EUR stieg. CAF sicherte sich neue Aufträge in mehreren Märkten, darunter U-Bahn-Aufträge in Spanien, den Niederlanden, Chile und Kolumbien sowie Straßenbahnlieferungen in Italien und Mittel- und Langstreckenzüge für die SNCF in Frankreich.
Der Auftragsbestand von CAF erreichte 14,7 Mrd. €, unterstützt durch einen starken Auftragseingang. Das Unternehmen trieb seine Bahnautomatisierungsprojekte voran, darunter die Einführung des CBTC-basierten "Optio"-Systems und die Erprobung des automatisierten Zugbetriebs in den Niederlanden und Norwegen.