Die spanische Kommission zur Untersuchung von Eisenbahnunfällen (CIAF) hat erste Ergebnisse ihrer laufenden Untersuchung des Zugunglücks von Adamuz vorgelegt, wonach ein Schienenbruch an einer Schweißverbindung wahrscheinlich bereits vor der Durchfahrt des verunglückten Iryo-Zugs aufgetreten ist.
Die Ermittler der CIAF untersuchten am 20. Januar erneut den Entstehungsort der Entgleisung, dokumentierten die gebrochene Schiene an einer Schweißnaht und entnahmen mehrere Schienenproben für Laboranalysen. Dazu gehörten Abschnitte von beiden Seiten der Bruchstelle, ein abgelöstes Schienenfragment, Proben aus unbeschädigten Bereichen derselben Schiene und ein entsprechender geschweißter Abschnitt aus der parallelen Schiene. Alle Proben wurden unter gerichtlicher Aufsicht entnommen und in Madrid in die Obhut der CIAF überführt.
Die Borddatenschreiber des in den Unfall verwickelten Iryo-Zugs und eines Alvia-Zugs wurden ebenfalls in Abstimmung mit der Kriminalpolizei entfernt und in die Einrichtungen der CIAF gebracht. Parallel dazu führten die Ermittler eine detaillierte Inspektion der Räder auf der rechten Seite des Iryo-Zugs durch, unterstützt durch eine fotografische Untersuchung.
Bei der Inspektion wurden Kerben an den Laufflächen der rechten Räder der ungeraden Achsen der Wagen zwei bis fünf festgestellt. Laut CIAF stimmen die Geometrie und die Gleichmäßigkeit der Spuren an den Wagen zwei, drei und vier mit einem Aufprall auf den Schienenkopf an der Stelle überein, an der die Schienenverbindung unterbrochen war. Die Kommission hat eine Arbeitshypothese aufgestellt, wonach die gebrochene Schiene eine vorübergehende Stufe bildete, auf die das vordere Rad jedes Drehgestells aufprallte, als der Zug mit einer Geschwindigkeit von etwa 200 km/h vorbeifuhr.
An den Rädern von Wagen fünf wurden unterschiedliche Spuren gefunden, die mit einer späteren Phase übereinstimmen, in der die gebrochene Schiene nach außen kippte. Laut CIAF stimmt diese Beobachtung mit den am Unfallort gefundenen Beweisen überein, wo die Schiene jenseits der Bruchstelle auf der Seite lag und Spuren von Radkontakt auf dem Schienensteg aufwies. Wagen sechs war das erste Fahrzeug, das entgleiste, was nach Ansicht der CIAF mit einem vollständigen Verlust der Schienenkontinuität an dieser Stelle übereinstimmt.
Die CIAF berichtete außerdem, dass ähnliche Kerben im Radprofil an drei weiteren Zügen gefunden wurden, die früher am selben Tag durch das Gebiet von Adamuz gefahren waren, darunter ein Zug der Renfe Viajeros und zwei Züge der Iryo. Auf der Grundlage der bisher verfügbaren Informationen hält es die Kommission für plausibel, dass der Schienenbruch bereits vor der Durchfahrt des entgleisten Iryo-Zugs entstanden war.
Die Untersuchung wird nun mit der Laboranalyse der Schienenproben fortgesetzt, um die Ursache des Bruchs zu ermitteln. Die CIAF erklärte, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine mögliche Ursache ausgeschlossen werden könne. In den kommenden Wochen werden die Bordaufzeichnungsgeräte beider Züge heruntergeladen und analysiert, woraufhin weitere Untersuchungsrichtungen festgelegt werden könnten.
Die CIAF betonte, dass alle Ergebnisse vorläufig bleiben und nur die im Abschlussbericht veröffentlichten Schlussfolgerungen als endgültig gelten.