Die vorgestellten Alstom-Einheiten sind Teil deutscher Aufträge von DB Regio und der Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW). Die Plattform ist für die tschechische EMU-400-Ausschreibung positioniert, die 60 Züge mit einer Option auf 73 weitere Einheiten für den Nah- und Regionalverkehr in und um Prag umfasst.
Der EMU-400-Auftrag wird entweder an České dráhy oder an RegioJet vergeben, die beiden letzten Bieter im Beschaffungsverfahren. Die Ausübung der Option hängt vom Tempo der Modernisierung der Infrastruktur und der Elektrifizierung ab, insbesondere auf den Korridoren in Richtung Kladno und Prag und in Richtung Mladá Boleslav. Sollten sich diese Projekte verzögern, würde ein Teil der Flotte im Regionalverkehr in Richtung Beroun und Kolín/Kutná Hora in den roten und weißen Farben des PID (Prag Integrated Transport) eingesetzt werden.
In Velim präsentierte Alstom eine vierteilige Konfiguration, die Doppelstock- und Eindeckwagen mit bis zu 380 Sitzplätzen und einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h kombiniert. Die modulare Plattform ermöglicht Konfigurationen von 320 bis zu mehr als 700 Sitzplätzen, je nach Zuglänge und Innenraumgestaltung. Die Einheiten sind für ETCS und den Mehrfachtraktionbetrieb ausgerüstet.
Laut einer von Alstom durchgeführten und von Michal Kučera, Kundendirektor von Alstom in Tschechien, vorgestellten Passagierbefragung macht der Sitzkomfort bis zu 80 % der wichtigsten Anforderungen der Passagiere an neue Züge aus. Die restlichen 20 % beziehen sich auf Beleuchtung, Geräuschpegel und thermischen Komfort.
Einer der in Velim getesteten Züge ist Teil einer Bestellung von DB Regio über 29 Coradia Max-Züge für die Verbindungen RE50 (Frankfurt–Fulda–Bebra) und RB51 (Frankfurt–Wächtersbach) im RMV-Netz. Ein weiterer Zug stammt aus der Flotte der SFBW; 26 Züge dieser Serie sind für eine Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h ausgelegt.
In Baden-Württemberg werden die Doppelstockzüge ab Dezember 2026 in Betrieb genommen. Sie werden der DB Regio Baden-Württemberg und Arverio im Rahmen der Lose 1 und 2 des Schienennetzes 35 (Stuttgart–Bodensee-Netz) zur Verfügung gestellt und auf verschiedenen Regionalexpress- und Metropolexpress-Strecken eingesetzt.
Die Teststrecke VUZ Velim ermöglicht Tests mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h und mit einer Sondergenehmigung sogar bis zu 230 km/h. Die Anlage unterstützt alle wichtigen europäischen Elektrifizierungssysteme und ermöglicht die Validierung von Traktions-, Brems-, Geräusch- und Signalsystemen, einschließlich ETCS, im kontinuierlichen Dreischichtbetrieb.