Automatische Bremstests beschleunigen den Güterverkehr

Automatische Bremstests beschleunigen den Güterverkehr
© PJM
PJM gibt an, dass sein WaggonTracker-System bereits wichtige Funktionen von Güterzügen automatisieren kann und dabei sowohl mit Schraubkupplungen als auch mit künftigen digitalen automatischen Kupplungssystemen kompatibel bleibt.

Das österreichische Eisenbahntechnikunternehmen PJ Monitoring positioniert sein WaggonTracker-System als Brücke zwischen den heutigen Wagenflotten und der zukünftigen digitalen automatischen Kupplung.

Das System dient der Automatisierung und Überwachung wichtiger Funktionen von Güterzügen auf einer einzigen Plattform. Dazu gehören automatische Bremsprüfungen, die Überwachung des Bremssystems, die Ladungskontrolle, Daten zur Zugzusammensetzung, Kilometerstand, Position, Bewegungshistorie, Geofencing und die Kommunikation innerhalb des Zuges.

Nach Angaben von PJM wurden bereits mehrere tausend WaggonTracker-Systeme bei Kunden wie SBB Cargo, FS LogistiX, Mercer, Plasser & Theurer, TRANSWAGGON, VTG und Tatravagónka eingesetzt.

Eine der Hauptfunktionen ist der automatische Bremstest, der manuelle Inspektionsrunden durch einen tabletbasierten Prozess ersetzt. Laut PJM kann das System die Bremstestzeit für einen 500 Meter langen Güterzug von zwei 40-minütigen Inspektionsrunden auf weniger als fünf Minuten verkürzen.

Das Unternehmen teilte mit, dass der Bremstest seit 2017 im Einsatz ist und auch an DAC-Zügen getestet wurde. Zuletzt kam er im Rahmen des DAC4EU-Projekts in einem Testzug der Westfälischen Landes-Eisenbahn im regulären Betrieb zum Einsatz. PJM lieferte den automatischen Bremstest und die 400-Volt-Stromversorgung, während Voith die Cargo-Flex-Kupplung lieferte.

Das WaggonTracker-System ist mit herkömmlichen Schraubkupplungen sowie mit künftigen digitalen automatischen Kupplungssystemen kompatibel. Laut PJM decken seine Funktionen bereits die im DAC-Basispaket erwarteten Elemente ab, darunter die Strom- und Datenversorgung zur Ermittlung der Zugzusammensetzung, der Zuglänge und der Zugintegrität.

„Das System ist äußerst flexibel, optimiert den Flottenbetrieb und die Verfügbarkeit und erhöht die Sicherheit“, sagte Günter Petschnig, Geschäftsführer von PJ Monitoring. Er fügte hinzu, dass das System bereits europaweit zum Einsatz komme, von Skandinavien bis nach Süditalien.

PJM argumentiert, dass digitale Funktionen wie automatische Bremsprüfungen die Betriebsgeschwindigkeit erhöhen, die Verfügbarkeit von Güterwagen verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs stärken können – und das in einer Zeit, in der die Branche unter Kostendruck steht und mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen hat.


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