Die LTG Group hat mit technologischen Tests im litauischen Eisenbahnnetz begonnen, wobei der Schwerpunkt auf der Überprüfung der Infrastruktur sowie auf Tools für künstliche Intelligenz und Automatisierung liegt.
Das Unternehmen erklärte, dass vollständig autonome Züge weiterhin eine langfristige Perspektive darstellten. Sein derzeitiger Ansatz beruhe darauf, einzelne Technologien zu erproben, die später Teil eines umfassenderen Ökosystems für den automatisierten Bahnbetrieb werden könnten.
Laut Vytautas Bitinas, dem Chief Technology Officer von LTG, liegt der Schwerpunkt auf der Ermittlung zuverlässiger und kosteneffizienter Lösungen. Dazu gehören Sensoren, Kameras und Analysesysteme, die den Bereich um die Zugtüren überwachen, Hindernisse auf den Gleisen erkennen und die Fernüberwachung des Betriebs unterstützen können.
„Die Richtung ist klar“, sagte Bitinas. „In Zukunft könnte dies den Bedarf an menschlichem Eingreifen verringern und gleichzeitig ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleisten.“
Eine der wichtigsten Technologien, die derzeit eingeführt wird, ist ein 3D-Scansystem für die Eisenbahninfrastruktur. Es dient dazu, die Geometrie des Netzes in Echtzeit zu erfassen und einen detaillierten digitalen Zwilling der Eisenbahninfrastruktur zu erstellen.
Das System soll LTG dabei unterstützen, den Zustand der Infrastruktur zu bewerten, geringfügige Veränderungen zu erkennen, potenzielle Ausfälle vorherzusagen und die Instandhaltungsplanung datengestützter zu gestalten.
Das litauische Eisenbahnnetz erstreckt sich über mehr als 3.500 Kilometer, weshalb bereits eine teilweise Automatisierung der Inspektions- und Wartungsprozesse für eines der größten Infrastruktursysteme des Landes von großer Bedeutung ist.
Die Technologie soll zudem die Elektrifizierung des Korridors Vilnius–Klaipėda unterstützen, wo die Überwachung des Stromversorgungsnetzes und die schnelle Wiederherstellung des Betriebs für einen zuverlässigen Betrieb von entscheidender Bedeutung sein werden.
LTG testet außerdem KI-basierte Umweltüberwachungsinstrumente, mit denen Bahnstrecken in Echtzeit analysiert werden können. Die Systeme sollen Gefahren wie umgestürzte Bäume, Fahrzeuge oder andere Gegenstände auf den Gleisen erkennen.
Das Unternehmen erklärte, dass neue Automatisierungstools schrittweise und erst nach Tests unter kontrollierten und realen Betriebsbedingungen eingeführt werden sollen. Dieser schrittweise Ansatz soll die Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig die technologische Grundlage für einen künftig autonomeren Schienenverkehr schaffen.