Weltweiter Eisenbahnmarkt: 200 Milliarden Euro

Weltweiter Eisenbahnmarkt: 200 Milliarden Euro
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Der weltweite Schienenverkehrsmarkt hat die 200-Milliarden-Euro-Grenze überschritten und wird den Prognosen zufolge in den nächsten fünf Jahren weiterhin dynamisch mit einer Rate von 4,0 % wachsen.

Die neueste SCI-Verkehrsstudie, die sieben Weltregionen abdeckt, zeigt, dass digitale Lösungen entscheidend sind. Während der weltweite Sektor der Bahnsystemtechnik mit 4,6 % schneller wächst als der Gesamtmarkt, nimmt der Anteil digitaler Komponenten und Prozesse auch in den traditionellen Produktsegmenten wie Schieneninfrastruktur und Rollmaterial deutlich zu.

Globaler Kontext

Es sind jedoch zwei Geschwindigkeiten der Digitalisierung zu beobachten: Neue Systeme in Regionen wie dem Nahen Osten und Asien setzen mit einem beeindruckenden, hoch digitalisierten Bahnbetrieb neue Maßstäbe. Dies macht die Bahnsysteme effizienter, attraktiver und wettbewerbsfähiger gegenüber anderen Verkehrsträgern, sowohl im städtischen Bereich als auch beim Güterumschlag. Im Gegensatz dazu ist die Digitalisierung bestehender Netze wesentlich anspruchsvoller und zeitaufwändiger, da sie schrittweise bei laufendem Betrieb umgesetzt werden muss. Die steigende Verkehrsnachfrage und die politischen Ziele erfordern digitale Upgrades und Innovationen sowohl bei den Netzen als auch beim Betrieb. Insbesondere auf dem nachfragestarken europäischen Markt besteht ein dringender Modernisierungsbedarf, der nicht allein aus öffentlichen Mitteln finanziert werden kann, wodurch sich Möglichkeiten für alternative Finanzierungsinstrumente und neue Marktteilnehmer eröffnen.

Neue Verkehrssysteme sind bei der Digitalisierung im Vorteil und setzen mit ATO- (Automatic Train Operation) und CBTC- (Communications-Based Train Control) Lösungen sowie mit KI-gestützten Systemen neue Maßstäbe und sorgen für eine innovative Dynamik. Demgegenüber stehen viele etablierte Bestandsnetze vor einem enormen Modernisierungsbedarf und können nur mit erheblichem Aufwand aufgerüstet werden. Bestehende Technologien sind nicht mehr verlässlich und reichen nicht aus, um die dringend benötigten Kapazitätserweiterungen zu ermöglichen oder die Zuverlässigkeit und Sicherheit im Bahnbetrieb zu verbessern. Daher ist die Digitalisierung bestehender Netze im Vergleich zur Einführung neuer Systeme wesentlich komplexer, kostspieliger und zeitaufwändiger, da diese Modernisierungen nur schrittweise und in einem wesentlich langsameren Tempo erfolgen können.

Lage in Europa

In Europa spielt die Einführung von ETCS sowohl für Gleise als auch für Fahrzeuge eine Schlüsselrolle bei der weiteren Digitalisierung des Schienenverkehrs. Die Erwartungen sind hoch, doch oft fehlt es an Planungssicherheit. In den kommenden Jahren muss eine große Zahl älterer Fahrzeuge mit ETCS nachgerüstet werden, wobei die Kapazitäten der Bahnindustrie begrenzt sind. Die Umsetzung in Europa ist sehr uneinheitlich. Kleinere Länder wie die Schweiz, Belgien und Dänemark haben erhebliche Fortschritte bei der Einführung von ETCS gemacht, während Deutschland und Frankreich hinterherhinken.

Asien und Afrika

China, seit Jahrzehnten der Wachstumsmotor des globalen Eisenbahnmarktes, bleibt mit einem Marktvolumen von knapp 40 Mrd. EUR der mit Abstand größte nationale Eisenbahnmarkt. China spielt weiterhin eine Schlüsselrolle bei digitalen Lösungen, doch wird das künftige Wachstum in den nächsten fünf Jahren nur aus dem After-Sales-Markt kommen. Diese Entwicklung wird zumindest teilweise durch die starke Wachstumsdynamik in Indien kompensiert, wo der Ausbau des Bahnsystems durch politische Initiativen stark unterstützt wird. Führend beim Wachstum in den nächsten fünf Jahren ist die Region Afrika/Naher Osten mit einer jährlichen Rate von fast 8 %. Insbesondere im Nahen Osten werden derzeit zahlreiche neue Schienensysteme entwickelt, die hohe Standards und die neuesten Technologien beinhalten, die globale Innovationen in der Branche vorantreiben. Auch der europäische Markt dürfte mit 5,4 % pro Jahr überdurchschnittlich wachsen, angetrieben durch umfangreiche Investitionen in bestehende Netze und den Bedarf an Kapazitätserweiterungen im Stadt- und Hochgeschwindigkeitsverkehr.


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