Laut der aktuellen Studie von SCI Verkehr "Electric Locomotives - Global Market Trends 2024" für die sieben Regionen der Welt gibt es zwei wesentliche Treiber: Die Ausweitung des Elektrifizierungsgrades des Schienennetzes, insbesondere in Asien, und die Anpassung an technische und leistungsbezogene Anforderungen wie grenzüberschreitende Funktionalität, ETCS und Last-Mile-Ausrüstung.
Europa
Höhere Geschwindigkeit und Leistung führen zu steigenden Anschaffungspreisen für Elektrolokomotiven. Dies spiegelt sich nicht nur im steigenden Marktvolumen für neue Lokomotiven wider, sondern auch in der hohen Kapazitätsauslastung und dem zunehmenden Wettbewerb zwischen den Herstellern, deren Kapazitäten derzeit der begrenzende Faktor im Markt sind. Insbesondere Siemens produziert seit Jahren an der Kapazitätsgrenze, trotz mehrerer Kapazitätserweiterungen für den europäischen Markt. In Europa führt ein ohnehin hoher Ersatzbedarf aufgrund eines veralteten Fuhrparks zusammen mit den Anforderungen an Leistung und Technik zu einem echten Schub und lässt den Markt für moderne Elektrolokomotiven trotz der kostspieligen und nur langsam voranschreitenden Elektrifizierung der Netze wachsen.
Asien
Indien und China sind mit Abstand führend bei der Umsetzung von Elektrifizierungsprojekten und der starken Zunahme der elektrischen Traktion. Die stetig wachsende Nachfrage nach neuen Elektromotoren verschärft den globalen Wettbewerb, da Indien seine Kapazitäten nicht nur lokal, sondern auch mit ausländischen Herstellern ausgebaut hat. Die einheimischen Hersteller produzieren bereits seit mehreren Jahren an der ständig steigenden Kapazitätsgrenze.
Die wachsende Flotte von Elektrolokomotiven in Asien wird zu einer globalen Trendwende beim Marktanteil der elektrischen Traktion im Vergleich zur Dieseltraktion im Segment der Streckenlokomotiven führen. Laut der aktuellen Studie liegt der Anteil der elektrischen Streckenlokomotiven an der gesamten Streckenlokomotivenflotte derzeit deutlich unter 50 % (Stand 2023), wird aber voraussichtlich um rund 5 % steigen und bis 2028 mehr als die Hälfte erreichen.