Stadler hat seine Beschwerde gegen die Vergabe des SBB-Auftrags über bis zu 200 Doppelstockzüge zurückgezogen und damit einen vielbeachteten Beschaffungsstreit mit Siemens offiziell beendet.
Der Schweizer Hersteller hatte das Ausschreibungsergebnis vor dem Bundesverwaltungsgericht angefochten und eine unabhängige Überprüfung der Entscheidung beantragt. Die Beschwerde wurde nun mit Wirkung zum 7. April 2026 zurückgezogen.
Laut Stadler waren die im Rahmen des Verfahrens vorgelegten Unterlagen stark geschwärzt, was die Transparenz des Bewertungsprozesses einschränkte. Das Unternehmen erhielt zwar teilweise Einblick, doch blieben seiner Aussage nach wesentliche Elemente der Entscheidung weiterhin unzugänglich.
Gleichzeitig deuteten die vorliegenden Informationen darauf hin, dass die SBB ihren Ermessensspielraum zugunsten von Siemens ausübte und sich für eine Zugplattform entschied, die als neues und noch nicht erprobtes Modell beschrieben wurde.
Stadler hatte einen bereits im Einsatz befindlichen Doppelstockzug angeboten, von dem mehr als 150 Einheiten im Einsatz sind, und diesen als eine aus betrieblicher Sicht risikoärmere Alternative positioniert.
„Auch wenn wir diese Entscheidung weiterhin bedauern, müssen wir sie auf der Grundlage der vorliegenden Informationen akzeptieren“, sagte der Vorsitzende Peter Spuhler und fügte hinzu, dass sich das Unternehmen nun auf die weitere Zusammenarbeit mit der SBB konzentrieren werde.
Der Fall hatte im gesamten europäischen Eisenbahnsektor Aufmerksamkeit erregt und Fragen hinsichtlich der Transparenz bei der Auftragsvergabe, der Risikobewertung und der Innovation bei großen Ausschreibungen für Schienenfahrzeuge aufgeworfen.
Nachdem die Beschwerde nun zurückgezogen wurde, schreitet das Vergabeverfahren voran, womit eine der in den letzten Monaten am meisten beachteten Ausschreibungen im Schweizer Eisenbahnbereich abgeschlossen wird.