Im Jahr 2024 wurden im ungarischen Einzelwagensegment 4,95 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen und mehr als 1.133 Millionen Tonnenkilometer zurückgelegt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung von über 500.000 Tonnen und 160 Millionen Tonnenkilometern.
Die beantragten Zuschüsse beliefen sich auf insgesamt rund 18 Mio. EUR. Das ursprünglich gesicherte Budget von rund 16,4 Mio. EUR wurde im Laufe des Jahres vollständig ausgeschöpft. Zum Jahresende belief sich der zusätzliche Finanzierungsbedarf auf rund 1,95 Mio. EUR. Im Laufe des Jahres traten drei weitere Eisenbahnunternehmen dem Förderprogramm für den Einzelwagenverkehr bei, wodurch sich die Zahl der Marktteilnehmer erhöhte.
Ausblick für 2025
Vorläufige Daten des ungarischen Eisenbahnverbands HUNGRAIL für 2025 deuten auf ein weiteres Wachstum im Vergleich zu den Werten von 2024 im selben Zeitraum hin. Derzeit nehmen elf Unternehmen aktiv an dem Förderprogramm für Einzelwagenladungen teil. Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen wird erwartet, dass die Finanzierung vor Ende des Jahres ausläuft. Die Fortführung der staatlichen Förderung und eine flexible Anpassung der verfügbaren Mittel an die tatsächliche Verkehrsleistung stehen weiterhin zur Diskussion.
Das Programm trägt zur Verlagerung des Frachtaufkommens von der Straße auf die Schiene bei, was die Position der Schiene im ungarischen Logistiksystem stärkt.
Umweltauswirkungen des Programms
Im Jahr 2024 wurden im Rahmen des Programms fast 5 Millionen Tonnen Güter auf der Schiene statt auf der Straße transportiert. Diese Verlagerung entspricht etwa 340.000 Lkw-Bewegungen weniger auf ungarischen Straßen. Die geschätzte Verringerung der Kohlendioxidemissionen betrug 80.000 Tonnen. Um diese Menge CO₂ zu neutralisieren, wäre laut HUNGRAIL die Absorptionskapazität von etwa 1,17 Millionen Bäumen erforderlich.
Industrielle Gleisanschlüsse auf dem Prüfstand
Das Forum der Eisenbahnakademie im Juni konzentrierte sich auf das Potenzial einer effizienteren Nutzung von Industriegleisanschlüssen. MÁV Pályaműködtetési berichtete, dass sie fast 950 Anschlussgleise verwaltet, deren Auslastung derzeit unter 50 % liegt. Das Unternehmen bereitet ein neues Konzept für die Verwaltung der Industriegleisanschlüsse vor, das die Entwicklung einer umfassenden Strategie unter Einbeziehung der Nutzer vorsieht. Zu den wichtigsten Schritten gehören die Überprüfung der bestehenden Verträge, die Aktualisierung der Verfahren und die Anpassung des Systems zwischen Eigentümer und Nutzer, um Flexibilität und Transparenz mit klaren Kostenstrukturen zu gewährleisten.
Für die Zukunft ist außerdem geplant, die nutzungsabhängigen Gebühren an den Umfang der industriellen Tätigkeit anzupassen.
Internationale Vergleiche
Im Rahmen des Rail4Regions-Projekts wurden internationale Benchmarks vorgestellt, die zeigen, dass es in Ländern wie Slowenien, der Tschechischen Republik und der Slowakei ähnliche Strukturen für die Nutzung von Gleisanschlüssen gibt. In einigen Ländern gibt es Förderprogramme, die bis zu 50 % der Investitionskosten für Gleisanschlüsse in der Tschechischen Republik und der Slowakei abdecken, und in Italien ist eine vollständige Erstattung für die Elektrifizierung von Gleisanschlüssen möglich. Diese Beispiele sollten bei der Suche nach nachhaltigen Lösungen für das Wachstum des Schienengüterverkehrs weiter berücksichtigt werden.
Feedback von industriellen Anwendern
Im vergangenen Jahr sammelte HUNGRAIL Rückmeldungen von fast einhundert Gleisanschlussnutzern aus der Industrie. Es wurden wichtige Themen identifiziert, und auf der Grundlage dieser Rückmeldungen werden derzeit weitere Aktionspläne ausgearbeitet.
Die Arbeitsgruppe betonte die Notwendigkeit realistischer und wettbewerbsfähiger Regelungen für die effektive Nutzung von Industriegleisen. Die Zusammenarbeit von Akteuren aus den Bereichen Gesetzgebung, Regulierung, Nutzer und Eigentum wird als notwendig erachtet, um ein umfassendes Paket von Vorschlägen zu entwickeln. HUNGRAIL arbeitet weiterhin daran, eine Plattform für die Zusammenarbeit zu schaffen und ist offen für Beiträge aller Parteien, die ein Interesse am Betrieb von Gleisanschlüssen haben.