Das 16. VPI-Symposium, das diesen Monat in Hamburg stattfand, brachte rund 250 Teilnehmer aus dem gesamten Schienengüterverkehrssystem zusammen. Experten befassten sich mit der aktuellen Lage der Branche und konzentrierten sich dabei auf politische Rahmenbedingungen, die Koordinierung der europäischen Regulierung, infrastrukturelle Einschränkungen und technologische Entwicklungen, die sich auf den Güterverkehr auswirken.
Zur Eröffnung der Veranstaltung beschrieb VPI-Vorsitzender Malte Lawrenz den Schienengüterverkehr als in mehrfacher Hinsicht unter Druck stehend – politisch, wirtschaftlich und betrieblich. Er betonte, dass Lösungen auf europäischer Ebene entwickelt werden müssen, und warnte davor, dass fragmentierte nationale Ansätze den grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr schwächen und die langfristige Leistungsfähigkeit des Sektors untergraben könnten.
Eine breitere verkehrspolitische Perspektive bot Stefan Jurisch (VDV), der die strukturellen Herausforderungen für den Schienengüterverkehr und die Voraussetzungen für eine größere Widerstandsfähigkeit des Sektors skizzierte. Auch UIP-Präsident Johann Feindert kritisierte nationale Regulierungsmaßnahmen, die „im Alleingang“ getroffen werden, und verwies dabei auf die für 2025 geplanten Maßnahmen der Schweiz zur Überarbeitung der Rad-Rad-Sätze. Er argumentierte, dass Sicherheit und Regulierung im Schienengüterverkehr auf europäischer Ebene einheitlich gehandhabt werden müssen, um die Interoperabilität zu gewährleisten.
Das Symposium befasste sich auch mit der digitalen automatischen Kupplung (DAC). Referenten, die an den Projekten DAC4EU und PioDAC beteiligt sind, teilten ihre betrieblichen Erkenntnisse und betonten dabei die Bedeutung von Praxistests, Wartungsüberwachung und schrittweiser Umsetzung. Außerdem wurden staatliche Förderprogramme zur Unterstützung der DAC-Einführung vorgestellt, wobei die Rolle der öffentlichen Förderung für die systemweite Einführung hervorgehoben wurde.
Die betrieblichen Auswirkungen groß angelegter Infrastrukturerneuerungen waren ein weiteres wichtiges Thema. Jan Elfenhorst (EP Cargo) beschrieb, wie sich die Sanierung von Korridoren auf die Kapazität, Zuverlässigkeit und Kosten für Güterverkehrsunternehmen auswirkt, und verdeutlichte dabei die zunehmenden Spannungen zwischen Bautätigkeit und laufendem Betrieb.
Das Programm endete mit einer Diskussion über den Allgemeinen Wagenverwendungsvertrag (AVV). Die Referenten befassten sich mit den jüngsten Änderungen und betonten die Bedeutung des AVV als Eckpfeiler für die Zusammenarbeit zwischen Eisenbahnunternehmen und Wagenhaltern, insbesondere angesichts der regulatorischen und betrieblichen Veränderungen in diesem Sektor.