Stadler Österreich erwägt Standort Leopolddorf für Test- und Wartungsbetrieb

Stadler Österreich erwägt Standort Leopolddorf für Test- und Wartungsbetrieb
© Office of the Lower Austrian State Government
AGRANA hatte Mitte März beschlossen, die Zuckerproduktion am Standort einzustellen und damit Industrieflächen für eine mögliche Nachnutzung frei zu machen.

Stadler Österreich hat mit AGRANA eine Absichtserklärung über die Verpachtung von Teilen des ehemaligen Zuckerfabriksgeländes in Leopoldsdorf im niederösterreichischen Marchfeld unterzeichnet. Dies folgt auf die Ankündigung von AGRANA im März 2025, die Zuckerproduktion an diesem österreichischen Standort einzustellen.

In einem ersten Schritt plant Stadler, die Typprüfung für ÖBB-Doppelstockzüge und andere Projekte von Zwentendorf nach Leopoldsdorf zu verlagern. Dies umfasst die statische und dynamische Typprüfung von Schienenfahrzeugen im Rahmen der aktuellen Fahrzeugzulassungen und der vertraglichen Lieferungen in Österreich.

Längerfristig wird der Standort für eine spezielle Wartungsbasis zur Unterstützung der österreichischen Kunden von Stadler in Betracht gezogen. Gemäß der Absichtserklärung prüfen beide Parteien einen Leasingvertrag mit einer vorgeschlagenen Laufzeit von mehr als 30 Jahren. Die Bodenuntersuchung und die vorbereitenden Arbeiten für die erste Phase werden voraussichtlich in Kürze beginnen.

Die mögliche Neuentwicklung des Geländes umfasst auch Vorschläge für ein europäisches Prüf- und Entwicklungszentrum für Schienenfahrzeuge. Hintergrund ist die begrenzte Verfügbarkeit von Testinfrastruktur für Schienenfahrzeuge in Europa, die zu Kapazitätsengpässen bei Herstellern und Betreibern gleichermaßen geführt hat.

AGRANA plant, einen Teil des Standortes Leopoldsdorf für logistische Zwecke zu erhalten. Der vorhandene Gleisanschluss und die Industrieanlagen werden als vorteilhaft für die Wartung und Prüfung von Schienenfahrzeugen und damit verbundene Tätigkeiten angesehen.

Die Verhandlungen über die detaillierte Pachtstruktur, die technische Umsetzung und mögliche Arbeitsplatzverlagerungen von AGRANA zu Stadler sind im Gange. Die Initiative wird von regionalen Stakeholdern unterstützt, darunter die niederösterreichische Landesregierung und die Wirtschaftsagentur ecoplus.


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