Der polnische Infrastrukturbetreiber PKP Polskie Linie Kolejowe (PLK ) hat einen Vertrag über die Modernisierung und den Ausbau des Eisenbahnkorridors Lębork-Łeba unterzeichnet, um einen direkten Bahnanschluss für das geplante Kernkraftwerk Lubiatowo-Kopalino in der Woiwodschaft Pommern zu schaffen.
Die Investition umfasst zwei große Infrastrukturpakete. Zunächst wird ein 32 km langer Abschnitt der bestehenden Linie 229 zwischen Lębork und Łeba vollständig modernisiert. Sieben Bahnhöfe und Haltestellen entlang der Strecke werden umgebaut, und eine neue Haltestelle - Lębork Zachodni - wird hinzugefügt. Die Strecke wird elektrifiziert, und die modernisierte Infrastruktur ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr. Die Strecke wird derzeit nur im Sommer von Personenzügen befahren.
Der zweite Teil des Projekts umfasst den Bau eines neuen, 30 km langen elektrifizierten Abschnitts der Strecke Nr. 230 von Steknica nach Choczewo über den Standort des geplanten Kraftwerks. Es werden sechs neue Bahnhöfe und Haltestellen gebaut, darunter eine mit dem Namen "Słajszewo-Elektrownia", während der Bahnhof Choczewo umgebaut wird. Personenzüge werden mit bis zu 160 km/h und Güterzüge mit bis zu 120 km/h verkehren. Die Infrastruktur wird für 750 m lange Güterzüge ausgelegt sein.
Insgesamt werden 115 Ingenieurbauwerke - darunter Brücken, Viadukte, Unterführungen und Wildübergänge - gebaut oder modernisiert. Das Projekt umfasst auch die Installation neuer Kontroll- und Sicherheitssysteme sowie die Modernisierung von Bahnübergängen.
Die Arbeiten sind Teil des umfassenderen Programms "Sicherstellung des Bahnzugangs zum Kernkraftwerk Lubiatowo-Kopalino", das frühere und künftige Verträge umfasst. Im September 2025 unterzeichnete die PLK einen Vertrag über Arbeiten am Abschnitt Kartuzy-Lębork der Linie 229. Die dritte Phase - die Modernisierung der Strecke Nr. 230 zwischen Wejherowo und Choczewo - wird im Jahr 2026 nach einer für das zweite Quartal 2026 geplanten Ausschreibung beginnen.