Die Rhätische Bahn (RhB ) erneuert ihren Fuhrpark an Infrastrukturfahrzeugen mit einem Auftrag über acht leistungsstarke Fahrzeuge bei der Windhoff Bahn- und Anlagentechnik. Der Auftrag hat einen Wert von rund 59 Millionen Euro.
Das Arbeitsaufkommen der RhB im Bau- und Unterhaltsbereich nimmt weiter zu, während mehrere der bestehenden Zugmaschinen und Begleitfahrzeuge das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Modelle wie der Tm 2/2 81-84, der Tm 2/2 95-98 und der Xmf 2/2 9921 bedürfen umfangreicher Reparaturen, um in Betrieb bleiben zu können. Die begrenzte Zugkraft, die eingeschränkte Kranfähigkeit und der Mangel an Ersatzteilen haben ihre Einsatzfähigkeit auf Baustellen, bei Notfalleinsätzen und im Winterbetrieb weiter eingeschränkt.
Die Windhoff-Fahrzeuge sind als multifunktionale Einheiten für den Einsatz in den sechs Bahndistrikten der RhB und für die Kabelbautrupps konzipiert. Jedes Fahrzeug ist mit einem Kran, einer Winde, einem Greifer und einer Arbeitsbühne ausgestattet, Schnittstellen ermöglichen den Einbau eines Saugbaggers oder einer Schneefräse. Die standardisierte Bauweise soll nach Angaben der RhB die Logistik und Materialversorgung bei paralleler Bautätigkeit vereinfachen.
Die Fahrzeuge wiegen rund 58 Tonnen und verfügen über ein dieselelektrisches Antriebssystem mit einem 520 kW starken Hauptmotor und einem 170 kW starken Hilfsmotor, die jeweils Generatoren antreiben. Elektrische Fahrmotoren in beiden Drehgestellen machen Hydraulikleitungen überflüssig und verringern das Risiko von Ölleckagen. Die Dauerleistung am Rad beträgt 500 kW, die Anfahrzugkraft 150 kN und die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h. Eine nach vorne geneigte Windschutzscheibe verbessert die Sicht, auch bei unübersichtlichen Zufahrten.
Der bordeigene Kran hat eine horizontale Reichweite von rund 16,9 m und verfügt über einen negativen Gelenkarm für Arbeiten unter Freileitungen. Die Kabine bietet Platz für bis zu sieben Personen, ist klimatisiert und für besseren Komfort mit einer Dämpfung ausgestattet.
Die RhB plant, die neuen Fahrzeuge im Jahr 2029 in Betrieb zu nehmen.