Das Gelände, ehemals ein bedeutender innerstädtischer Logistikknotenpunkt, wird zwischen 2024 und 2028 geräumt, um Platz für einen neuen Stadtteil zu schaffen, der rund 16.000 Einwohner, 4.700 Arbeitsplätze und eine 10 Hektar große zentrale Grünfläche beherbergen soll.
Das Räumungsprogramm umfasst den Abriss von rund 45 ehemaligen Eisenbahn- und Logistikgebäuden sowie umfangreichen befestigten Flächen. Die Arbeiten werden in zwei Phasen durchgeführt, wobei die Fertigstellung vor Beginn des Baus des neuen Stadtteils erfolgen muss.
Die Materialabwicklung basiert auf einem recyclingorientierten Rückbaukonzept. Das Abbruchmaterial wird vor Ort sortiert, klassifiziert und zerkleinert, sodass Beton-, Ziegel- und Metallfraktionen zur Weiterverarbeitung getrennt werden können. Nach Angaben der Projektorganisatoren sollen rund 95 % des Materials recycelt werden.
Die Bahn spielt eine zentrale Rolle beim Abtransport des Abbruchmaterials von der Baustelle. Nach der Verarbeitung vor Ort wird das Material hauptsächlich über das bestehende Schienennetz transportiert, wobei etwa zwei Güterzüge pro Woche zu spezialisierten Recycling- und Aufbereitungsanlagen fahren. Die Projektdaten zeigen, dass die Nutzung der Bahn anstelle der Straße die Treibhausgasemissionen um etwa 54 % und die Feinstaubemissionen um 43 % reduziert.
Die Sanierung des Nordwestbahnhofs wird auch als Pilotprojekt für zirkuläre Bauweisen genutzt, mit dem erklärten Ziel, Materialien so lange wie möglich im Einsatz zu halten und den Gesamtressourcenverbrauch sowie die CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Umweltschutzmaßnahmen sind Teil des Abbruchprozesses. Vor Beginn der Arbeiten werden die Gebäude inspiziert, um geschützte Arten wie Fledermäuse und nistende Vögel zu identifizieren, während Reptilien in ausgewiesene Lebensräume umgesiedelt werden. Emissionen, Lärm und Staubbelastung werden während der gesamten Dauer der Arbeiten überwacht, und die Abbrucharbeiten unterliegen zeitlichen Beschränkungen und der Verwendung emissionsarmer Maschinen, um die Auswirkungen auf die Anwohner zu begrenzen.