Der Aufsichtsrat von Správa železnic, dem Eisenbahninfrastrukturbetreiber der Tschechischen Republik, wandelt sich von einer weitgehend überwachenden Rolle hin zu einer direkteren Beteiligung an strategischen und Investitionsentscheidungen. Diese Veränderung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Organisation Infrastrukturprojekte im Wert von mehreren zehn Milliarden Kronen verwaltet und sich zunehmenden Herausforderungen hinsichtlich des Betriebs und der Kapazitäten im gesamten Eisenbahnnetz gegenübersieht.
Der neu gewählte Aufsichtsratsvorsitzende Martin Kolovratník erklärte, der Aufsichtsrat beabsichtige, eine aktivere Rolle bei der Steuerung der Organisation und der Überprüfung wichtiger Entscheidungen zu übernehmen.
„Meine Priorität ist die regelmäßige und konsequente Koordinierung wichtiger Managementmaßnahmen, einschließlich der fachlichen Überprüfung strategischer Entscheidungen. Ich möchte die Kundenperspektive stärken, insbesondere in Bezug auf Transportunternehmen, die Planung von Betriebsunterbrechungen und die Betriebssicherheit. Wir bereiten auch grundlegende Änderungen im öffentlichen Beschaffungswesen vor, wie z. B. einen stärkeren Fokus auf Wettbewerb, Preis, Fachkompetenz der Lieferanten und Qualität der Ergebnisse. Ich möchte eine Statusänderung vorschlagen, die es dem Verwaltungsrat ermöglicht, Verträge im Wert von über 200 Millionen CZK (8 Millionen Euro) zu genehmigen und gleichzeitig dem Management eine solide Aufsicht über bedeutende Investitions- und Betriebsprojekte zu ermöglichen. Dies wird die zentrale Verwaltung stärken und die Position von Správa železnic als starker und selbstbewusster Investor in den Augen der Lieferanten festigen“, sagt Martin Kolovratník, der neu gewählte Vorsitzende des Verwaltungsrats von Správa železnic.
Verkehrsminister Ivan Bednárik erklärte, dass das Infrastrukturmanagement enger mit dem täglichen Bahnbetrieb und den Bedürfnissen der Betreiber verknüpft werden müsse. Er hob die Planung von Bauarbeiten, die Betriebssicherheit und die Kommunikation mit den Beförderungsunternehmen als Bereiche hervor, die in die strategische Entscheidungsfindung eingebunden werden müssten und nicht als zweitrangige Themen behandelt werden dürften.
Auch die Beschaffungspolitik soll sich ändern. Der Aufsichtsrat plant eine Änderung seiner Satzung, um Verträge mit einem Wert von über 200 Millionen CZK (8 Millionen Euro) genehmigen zu können und eine verbindliche Prüfung wichtiger Investitions- und Betriebsprojekte durchzuführen. Ziel ist es, den Wettbewerb unter den Lieferanten zu erhöhen und die Kontrolle über Preis und Qualität bei großen Infrastrukturprojekten zu stärken.
Die Änderung der Unternehmensführung geht mit Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats einher. Mit Wirkung zum 26. Januar 2026 wurden die folgenden Mitglieder aus ihren Ämtern entlassen: David Čermák, Pavel Čížek, Zdeněk Zajíček und Tomáš Martinec.
Mit Wirkung vom 27. Januar 2026 wurde Tomáš Tyll zum neuen Mitglied des Aufsichtsrats ernannt. Drei Sitze im Aufsichtsrat bleiben weiterhin unbesetzt.
Am 27. Januar soll der neu konstituierte Aufsichtsrat zusammentreten, um den nächsten Schritt im Führungswechsel zu vollziehen und einen neuen Generaldirektor für Správa železnic zu wählen. Für diese Position wurde Tomáš Tóth vorgeschlagen. Er wird vom Verkehrsministerium als erfahrener Eisenbahnmanager mit langjähriger Karriere im tschechischen Eisenbahnsektor beschrieben.
Das erklärte Ziel der Veränderungen in der Führung und Unternehmensführung ist es, die Managementstruktur der Organisation zu stabilisieren und die Aufgabenteilung zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung zu klären.
Správa železnic ist für die Verwaltung, Instandhaltung und Entwicklung der tschechischen Eisenbahninfrastruktur zuständig, einschließlich Gleisen, Bahnhöfen und Signalanlagen. Ihre Entscheidungen wirken sich unmittelbar auf Personen- und Güterverkehrsunternehmen sowie auf die Umsetzung großer Modernisierungs- und Kapazitätserweiterungsprojekte aus.
Nach Angaben des Verkehrsministeriums soll die Reform die Rechenschaftspflicht und die Fähigkeit der Organisation stärken, groß angelegte Investitionen zu verwalten und gleichzeitig einen zuverlässigen täglichen Betrieb aufrechtzuerhalten. Das neue Governance-Modell soll Správa železnic als stärkeren und selbstbewussteren Investor gegenüber Auftragnehmern und Technologieanbietern positionieren und gleichzeitig den betrieblichen Anforderungen von Eisenbahnunternehmen mehr Gewicht verleihen.