Laut Angaben der BILD verzeichneten die deutschen Fernverkehrszüge im Jahr 2025 das bislang schlechteste Ergebnis in puncto Pünktlichkeit. Die Zeitung zitiert Informationen, wonach die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn eine jährliche Pünktlichkeitsrate von nur 60,1 % erreichten, gegenüber 62,5 % im Jahr 2024.
Die Zahlen stellen einen negativen Meilenstein für den Fernverkehr der Deutschen Bahn dar und fallen mit den letzten Monaten im Amt des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz zusammen, der den Konzern im Oktober 2025 vorzeitig verlassen hat. Im Laufe des Jahres verschlechterte sich die Leistung weiter. Die BILD berichtete, dass im Oktober 2025 nur etwa jeder zweite Fernverkehrszug pünktlich sein Ziel erreichte.
Laut BILD ist der Rückgang der Pünktlichkeit in erster Linie auf eine Kombination aus strukturellen Problemen innerhalb des Schienennetzes und umfangreichen Bauarbeiten zurückzuführen. Groß angelegte Korridorausbauten und netzweite Modernisierungsprojekte führten zu zahlreichen vorübergehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen und Streckensperrungen, was die Fahrplanstabilität zusätzlich belastete.
Gleichzeitig beeinträchtigen langjährige Infrastrukturdefizite weiterhin die Betriebssicherheit. Jahrelange Unterinvestitionen haben zu einer höheren Ausfallrate bei kritischen Anlagen wie Weichen, Gleisinfrastruktur und Signalanlagen geführt, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Störungen im Fernverkehrsnetz steigt.
Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte gegenüber der BILD die schlechten Pünktlichkeitszahlen für 2025 und erklärte, dass keine sofortigen Verbesserungen zu erwarten seien. Das Unternehmen gab bekannt, dass es in eine neue Phase eintrete, deren Ziel es sei, die Zuverlässigkeit und Servicequalität für die Fahrgäste wiederherzustellen.
Die Verantwortung für die Leistungssteigerung liegt nun bei der neuen DB-Chefin Evelyn Palla. Wie die BILD berichtet, ist die Turnaround-Strategie eng mit einer beispiellosen öffentlichen Finanzierung verbunden. Die Bundesregierung plant, allein im Jahr 2026 23 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur zu investieren, während bis 2029 insgesamt 107 Milliarden Euro für die Modernisierung und Erneuerung von Gleisen, Bahnhöfen und digitalen Systemen vorgesehen sind. Neben den Investitionen hat Palla interne Reformen eingeleitet, darunter Veränderungen im Management und eine schlankere Führungsstruktur, um den Abwärtstrend bei der Pünktlichkeit im Fernverkehr umzukehren.