Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) hat Stadler den Auftrag zur Lieferung von 20 neuen Triebzügen für die RegioExpress-Linie Solothurn-Bern (RE5) erteilt.
Der Vertrag mit einem Wert von rund 203 Millionen Euro wurde Mitte November in Worblaufen unterzeichnet. Die Fahrzeuge werden im Stadler-Werk in Bussnang, Thurgau, Schweiz, produziert.
Die neuen dreiteiligen Züge werden 60 Meter lang sein, ähnlich wie die bestehende RBS-Flotte, können aber in Dreierformation eingesetzt werden und sind dann 180 Meter lang. Diese Konfiguration soll die Fahrgastkapazität in Spitzenzeiten um 50 Prozent erhöhen.
Zu den wichtigsten Merkmalen der neuen Züge gehören barrierefreie Zugänge mit ausziehbaren Schiebetritten und multifunktionale Abstellplätze für Kinderwagen, Fahrräder, Gepäck und Rollstühle in jedem Wagen der zweiten Klasse. Die Sitzplatzkapazität wird 21 Sitze in der ersten Klasse und 103 Sitze plus 15 Klappsitze in der zweiten Klasse umfassen. Moderne Annehmlichkeiten wie umweltfreundliche Klimaanlagen und Steckdosen an den Sitzen sind ebenfalls Teil der Ausstattung.
Die Produktion der ersten drei Fahrzeuge soll 2026 beginnen, die Inbetriebnahme auf dem RBS-Netz ist zwischen Mitte 2027 und Mitte 2028 geplant. Nach der Erprobung und Fahrerschulung werden ab 2029 weitere Fahrzeuge ausgeliefert. Der Betrieb von Zügen mit drei Wagen ist um 2030/31 vorgesehen, um die steigende Nachfrage auf der Strecke Solothurn-Bern zu decken.
Diese Beschaffung ist Teil der Flottenerneuerungsstrategie des RBS. Die derzeit auf der Linie S8 zwischen Bätterkinden und Bern verkehrenden S-Bahn-Züge "Seconda" sind über 30 Jahre alt und nähern sich dem Ende ihrer Lebensdauer. Die Unterhaltskosten steigen, und die Ersatzteilbeschaffung ist schwierig geworden. Mit der Einführung der neuen Züge können die derzeitigen RE-Züge "NExT" die "Secondas" auf der Linie S8 ersetzen.