Nach dem Erfolg der EuroDual Plattform, gefolgt von den sechsachsigen Lokomotiven Euro6000, Euro9000 und Euro4001, hat Stadler Rail sein Konzept für Lokomotiven vorgestellt, das den etablierten Vectron- und Traxx-Lokomotiven im vierachsigen Segment Konkurrenz machen soll - die EURO DuFour. Sie hat beschlossen, ihr durch mehrere Innovationen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
Stärker, vielseitiger, leichter
Die neue Plattform geht auf die ursprüngliche Bestellung von bis zu 129 Lokomotiven durch SBB Cargo zurück. Auch wenn die SBB-Lokomotiven dem Loc2000-Design ähneln, hat die EURO DuFour mehr Ähnlichkeit mit der EuroDual. Die Lokomotive wird in einem elektrischen Basismodell mit 7 MW am Rad in 25kV und 15kV AC eingeführt. Sie wird auch für 3 kV- und 1,5 kV-Gleichstrom-Oberleitungssysteme erhältlich sein. Weitere Optionen sind der Dualbetrieb (Elektro/Diesel) und der Hybridbetrieb (Elektro/Batterie). Die Leistung der Dieselmotoren wird bis zu 1 MW betragen und die der Batterien bis zu 2 MW. Die Anfahrzugkraft liegt bei 350 kN.
Ein weiterer Wettbewerbsvorteil der EURO DuFour ist die Möglichkeit, die C-Kategorie von Bahnstrecken (C2/C3/C4) zu befahren, d. h. das Gewicht der Lokomotive darf nur 80 Tonnen betragen, wobei 10 zusätzliche Tonnen möglich sind, wenn die Konfiguration ein Batteriemodul enthält. Die Lokomotive kann auch mit einem Hybridantrieb und/oder DAC ausgestattet sein. Die Lokomotive wird in einem ersten DACH-Paket (Deutschland, Österreich, Schweiz) auf den Markt kommen.
Unbekannter, aber mächtiger Name
Dufour ist der Name des höchsten Schweizer Gipfels, der Dufourspitze an der Grenze zu Italien. Obwohl sie der zweithöchste Gipfel der Alpen ist, ist der 4.634 m hohe Gipfel den meisten unbekannt. Sie ist nach Guillaume-Henri Dufour benannt, einem Schweizer Ingenieur, Armeegeneral und Kartografen, der die erste genaue Karte der Schweiz erstellte. Der Name ist auch ein Wortspiel mit der Zahl vier, die sich auf die Anzahl der Achsen der Lokomotive bezieht.