Der erste elektrische Triebzug IC5 von Alstom ist in Dänemark eingetroffen und wird nun in der neu errichteten Wartungsanlage der DSBin Kopenhagen getestet. Der fünfteilige Triebzug ist Teil einer größeren Flotte, die als Ersatz für ältere dieselbetriebene Fahrzeuge beschafft wird und ab 2027 schrittweise in den Fahrgastbetrieb gehen soll.
Die IC5-Züge sind von der Coradia Stream-Plattform von Alstom abgeleitet. Jede Einheit bietet Platz für etwa 300 Fahrgäste und ist für den Fernverkehr mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ausgelegt. Zur Ausstattung der Züge gehören mehrere Einstiege pro Seite, spezielle Plätze für Rollstühle und Fahrräder sowie integrierte Toiletten mit multifunktionalen Einrichtungen. Die Einheiten werden in eigens dafür eingerichteten Depots in Kopenhagen und Aarhus gewartet.
Im Rahmen eines 2021 unterzeichneten Rahmenvertrags bestellte die DSB zunächst 100 IC5-Einheiten bei Alstom, weitere 50 Einheiten sollen 2025 folgen. Der Gesamtauftragswert beläuft sich auf über 20 Mrd. DKK (ca. 2,68 Mrd. EUR), einschließlich der langfristigen Wartung. Die Flotte soll den Übergang zu einem elektrifizierten nationalen Schienennetz unterstützen und bis 2030 Dieselfahrzeuge ersetzen.
Die Prüfung der ersten IC5-Einheit konzentriert sich auf die Zulassung und Verifizierung, einschließlich der Kompatibilität mit der dänischen ETCS-Signalisierungsinfrastruktur.
Talgo-Triebzüge für Dänemark zugelassen
Gleichzeitig hat die dänische Eisenbahnbehörde Trafikstyrelsen die endgültige Zulassung für die EuroCity-Züge von Talgoerteilt und damit den Weg für die DSB geebnet, den grenzüberschreitenden Verkehr mit dem in Spanien gebauten Rollmaterial aufzunehmen. Die auf dem Talgo 230 basierende EuroCity-Flotte ist nach der gemeinsamen Zertifizierung durch die dänische Trafikstyrelsen, das deutsche EBA und die EU-Energieagentur (ERA) für den Einsatz sowohl in Dänemark als auch in Deutschland zugelassen.
Die zugelassenen EuroCity-Züge sind für den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Kopenhagen und Hamburg konzipiert. Die aus 16 Zügen bestehende Flotte besteht aus lokbespannten Zügen mit einer modularen Konfiguration von 9 bis 15 Wagen, einschließlich erster und zweiter Klasse, einem barrierefreien Wagen sowie Platz für Fahrräder und Kinderwagen. Die maximale Kapazität beträgt 492 Fahrgäste pro Zug, und der kommerzielle Betrieb ist für 200 km/h zugelassen.
Der Talgo-Auftrag der DSB stammt aus einem Rahmenvertrag für 2020 im Wert von 500 Mio. EUR. Der erste Festauftrag über acht Züge belief sich auf 134 Mio. EUR. Weitere Aufträge folgten in den Jahren 2021 und 2023, einschließlich zusätzlicher Wagen bzw. acht weiterer Züge. Der jüngste Auftrag, der im April 2023 erteilt wurde, hatte einen Wert von 184 Mio. EUR.
Jeder EuroCity-Triebzug verfügt über verlängerte Endwagen, die mit der Lokomotivflotte der DSB verbunden sind. Für die Zukunft ist eine Variante mit Steuerwagen geplant, die einen Push-Pull-Betrieb ermöglicht und die Umschlagzeiten an den Terminals verkürzt.
Die Talgo 230-Plattform ist auch in Deutschland im Einsatz, wo sowohl die Deutsche Bahn als auch der private Betreiber Flix Aufträge erteilt haben. Die DB hat Verträge über bis zu 100 ICE L-Züge abgeschlossen, wobei 79 Einheiten bereits fest bestellt sind. Flix hat sich für eine erste Serie von 30 Zügen entschieden, mit Optionen auf bis zu 65 Züge.
Weitere Zulassungen für die Talgo 230-Plattform werden in Österreich, den Niederlanden und der Schweiz angestrebt, da die Betreiber einen breiteren Einsatz in Mitteleuropa anstreben.