Die Metropolregion Oberschlesien-Zagłębie (GZM) und das Marschallamt der Woiwodschaft Schlesien haben Anträge auf EU-Kofinanzierung gestellt, um gemeinsam 32 elektrische Triebzüge anzuschaffen.
Finanzierungsanträge wurden beim Zentrum für EU-Verkehrsprojekte eingereicht. Eine Entscheidung über die Kofinanzierung wird frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 erwartet. Der Basisauftrag ist von der Sicherung dieser Finanzierung abhängig.
Die gemeinsame Beschaffungsstruktur soll den Umfang des Auftrags erhöhen und die Preisbedingungen verbessern, während gleichzeitig der Pool potenzieller Lieferanten für Schienenfahrzeuge erweitert wird. Es wäre der erste direkte Kauf von Schienenfahrzeugen durch die GZM seit der Gründung der Verkehrsgesellschaft im Jahr 2017. Die GZM plant, bis Ende 2020 einen Rahmenvertrag mit einem oder mehreren Herstellern abzuschließen.
Die EMUs sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und eine Mindestkapazität von 380 Passagieren ausgelegt, darunter mindestens 185 feste Sitzplätze. Jeder Zug würde mit zwei Toiletten ausgestattet sein, von denen eine barrierefrei ist, sowie mit Klimaanlage, Fahrgastinformationssystemen, Steckdosen, Fahrradstellplätzen, einem Familienbereich und einem AED an Bord.
Zu den in den Ausschreibungsbedingungen festgelegten Barrierefreiheitsmerkmalen gehören Induktionsschleifen, deutlich gekennzeichnete rollstuhlgerechte Türen, Bodenpiktogramme, kontrastreiche Haltegriffe und ausgewiesene Rollstuhlplätze. Farbcodierte Vorrangsitzplätze, die bereits in den Bus- und Straßenbahnnetzen von GZM verwendet werden, sind ebenfalls geplant.
Die Fahrzeuge sollen mit Fahrgastzählsystemen ausgestattet werden. Die für die GZM betriebenen Züge würden zusätzlich mit Ticketentwertern für den Nahverkehr ausgestattet, um die Tarifintegration mit Bussen, Straßenbahnen und Oberleitungsbussen zu unterstützen.
Nach dem aktuellen Zeitplan könnten die ersten EMUs für GZM im zweiten Quartal 2029 ausgeliefert werden. Alle neuen Schienenfahrzeuge sollen voraussichtlich ab Dezember 2029 in Betrieb genommen werden, zeitgleich mit der Einführung eines neuen Fahrplans und der Aufnahme des Metrorail-Betriebs.
Als Voraussetzung für die Beantragung von EU-Fördermitteln hat die GZM eine Vorabinformation veröffentlicht, in der sie ihre Absicht bekannt gibt, eine Ausschreibung für einen Bahnbetreiber für den Betrieb der Metrorail-Dienste ab 2029 durchzuführen. Das Ausschreibungsverfahren für den Betreiber soll im Februar 2027 beginnen. Wenn GZM den Kauf tätigt, würden die Züge dem ausgewählten Betreiber im Rahmen einer kostenlosen Nutzungsvereinbarung zur Verfügung gestellt, wobei der Betreiber für das Personal und den täglichen Betrieb verantwortlich wäre.