Die ägyptische Staatsbahn hat ein zentrales Verkehrsleitsystem (Centralized Traffic Control, CTC) für die 208 km lange Strecke Kairo-Alexandria, den meistbefahrenen Passagierkorridor des Landes, in Betrieb genommen. Die Aufrüstung wurde vonHitachi Rail als Teil eines umfassenden Projekts des ägyptischen Verkehrsministeriums zur Modernisierung der nationalen Eisenbahninfrastruktur durchgeführt.
Das CTC mit Sitz in Kairo überwacht den Betrieb in allen 19 Bahnhöfen der Strecke. Neben dem Hauptkontrollzentrum umfasst das Projekt auch neue Signaltürme, technische Gebäude und modernisierte Bahnübergänge. Im Zuge der jahrzehntelangen Modernisierungsarbeiten werden die alten mechanischen und elektrischen Systeme durch elektronische Stellwerke, digitale Signalanlagen und ein Kommunikationsnetz für die Zugsteuerung in Echtzeit ersetzt.
Der Gesamtwert des Projekts übersteigt 100 Mio. EUR und wurde seit der ursprünglichen Vertragsunterzeichnung im Jahr 2013 erweitert. Im Rahmen der Modernisierung ermöglicht die Strecke nun eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und erhöht die Durchschnittsgeschwindigkeit um 40 km/h. Dadurch soll sich die Reisezeit zwischen den beiden Städten auf rund zweieinhalb Stunden verkürzen.
Die Verbesserungen erhöhen auch die betriebliche Kapazität des Korridors, wobei die maximale Anzahl der täglichen Züge von 140 auf 286 steigen soll. Die modernisierte Infrastruktur soll sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr unterstützen. Langfristig ist geplant, die Zahl der täglichen Güterzüge von derzeit 15 bis 2030 und bis 2060 auf 50 zu erhöhen.
Die Güterverkehrsstrategie sieht eine Verlagerung von bis zu 18.400 Containern pro Jahr von der Straße auf die Schiene vor. Hochrechnungen zufolge könnten durch diese Verlagerung innerhalb von drei Jahrzehnten etwa 965.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.
Die Eisenbahnlinie Kairo-Alexandria ist ein wichtiger Teil des 10 000 km langen ägyptischen Eisenbahnnetzes, auf dem jährlich etwa 500 Millionen Fahrgäste befördert werden.