Die LTG Gruppe hat mit der Erprobung von akustischen Vergrämungsmitteln an ihren Fahrzeugen begonnen, um Kollisionen mit Wildtieren entlang von Bahnstrecken zu vermeiden.
Die Initiative folgt auf wiederholte Zwischenfälle mit Wildtieren auf der litauischen Eisenbahninfrastruktur. Solche Zusammenstöße haben zu Betriebsstörungen, Schäden am rollenden Material, Reparaturkosten für die Infrastruktur und Entschädigungskosten geführt.
Das SIREN7-System, das von einem ungarischen Hersteller entwickelt und zuvor in PKP-Intercity-Zügen in Polen getestet wurde, sendet Schallsignale aus, um Tiere von den Gleisen zu vertreiben. Derzeit sind 13 LTG Link-Personenzüge mit dem System ausgestattet, 16 Fernverkehrslokomotiven von LTG Cargo sollen im Herbst 2025 folgen.
Ein zweiwöchiger Vorversuch mit einer Lokomotive und einer Passagiereinheit wurde durchgeführt, um etwaige nachteilige Auswirkungen auf das Zugpersonal festzustellen. Es wurden keine berichtet. Nach Angaben der LTG gab das Personal an, dass die Tiere früher reagierten und den Gleisbereich verließen.
Internationale Vergleichsdaten von Betreibern in Ländern wie Polen, Schweden, Frankreich, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Ungarn deuten darauf hin, dass kombinierte audiovisuelle Abschreckungssysteme Kollisionen zwischen Wildtieren und Zügen um 85-93 % verringern können. Der Versuch der LTG ist auf ein Jahr angelegt, wobei die vollständigen Ergebnisse in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 erwartet werden.
Neben der akustischen Abschreckung plant die LTG für 2026 die Einführung von optischen Reflektoren entlang ausgewählter Streckenabschnitte. Das Unternehmen will die kombinierte Wirksamkeit beider Methoden bewerten, bevor eine breitere Einführung in Betracht gezogen wird.