Laut deutschen Medienberichten soll Evelyn Palla die erste weibliche Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn (DB) werden. Es wird erwartet, dass Verkehrsminister Patrick Schnieder dies am Montag bekannt geben wird, wenn er auch ein neues Konzept für das staatliche Unternehmen vorstellen wird.
Palla, 52, stammt aus Südtirol in Norditalien. Nach beruflichen Stationen bei Infineon, E.ON und ÖBB ist sie seit 2019 bei der DB. Zuletzt leitete sie DB Regio, wo sie sich um mehr Autonomie für das Regionalmanagement verdient gemacht hat. Sie wird Nachfolgerin von Richard Lutz, der die DB seit 2017 leitete und im vergangenen Monat entlassen wurde.
Der Zeitpunkt ist entscheidend. Die DB steht wegen massiver Verspätungen und Zugausfälle in der Kritik. Fahrgäste und Politiker fordern dringend Verbesserungen. Im Jahr 2024 zahlte das Unternehmen 197 Millionen Euro an Entschädigungen für ausgefallene Verbindungen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat versprochen, das Schienennetz zu modernisieren und die Managementstruktur der DB zu überarbeiten.
Der Wechsel an der Spitze erfolgt in einer Zeit, in der die DB sowohl finanziell als auch betrieblich unter Druck steht. Trotz milliardenschwerer Investitionsprogramme räumt das Verkehrsministerium eine Finanzierungslücke von mehreren Milliarden Euro für den Bau und Ausbau von Bahnstrecken ein. Ohne Geld bewegt sich nichts - das gilt auch für die Schiene", warnte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Verkehr, Stephan Stracke, in der "Bild"-Zeitung, ohne ausreichende Mittel drohe ein Stillstand sowohl auf der Schiene als auch auf der Straße.
Der politische Druck auf den neuen CEO wächst. Die Entlassung von Lutz und anderen Führungskräften, einschließlich ihrer millionenschweren Abfindungen, hat bereits eine Debatte ausgelöst. Palla hat nun die Aufgabe, die Deutsche Bahn durch einen turbulenten Umstrukturierungsprozess zu führen und gleichzeitig die Pünktlichkeit und das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen.
Wer ist Evelyn Palla?
- Alter: 52
- Herkunft: Südtirol, Italien
- Beruflicher Werdegang: Arbeitete bei Infineon, E.ON, Österreichische Bundesbahnen (ÖBB)
- Bei der DB seit: 2019
- Funktion: Leiter von DB Regio mit Schwerpunkt auf regionaler Autonomie
- Erste Frau an der Spitze der Deutschen Bahn
Warum die DB unter Druck steht
- Chronische Verspätungen: Millionen von Fluggästen sind täglich mit Behinderungen konfrontiert.
- Entschädigungskosten: 197 Millionen Euro, die im Jahr 2024 ausgezahlt werden.
- Finanzierungslücke: Mehrere Milliarden Euro fehlen für Modernisierungen.
- Abfindungsdebatte: Kritik an millionenschweren Abfindungen von Führungskräften.
- Politische Hitze: Bundeskanzler Merz fordert dringende Reformen.