Die EU-Präsidentschaft Zyperns eröffnet erneut die Debatte über die Rückkehr der Eisenbahn auf die Insel und die Sicherheit des EU-Netzes

Die EU-Präsidentschaft Zyperns eröffnet erneut die Debatte über die Rückkehr der Eisenbahn auf die Insel und die Sicherheit des EU-Netzes
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Der Personen- und Güterverkehr auf Zypern wurde 1951 eingestellt. Neben Malta ist Zypern nach wie vor einer der beiden EU-Mitgliedstaaten ohne funktionierendes Eisenbahnnetz.

Mit der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Zypern ist die Diskussion über das Fehlen eines Schienenverkehrs auf der Insel und die weiterreichenden Auswirkungen auf die europäische Verkehrspolitik erneut aufgeflammt .

Die Präsidentschaft bietet ein politisches Zeitfenster, um Vorbereitungs- und Planungsarbeiten für eine mögliche Rückkehr des Schienenverkehrs einzuleiten. Eine künftige Eisenbahn in Zypern würde in erster Linie den Güterverkehr abdecken, Logistikknotenpunkte im Landesinneren mit Häfen verbinden und Seeverkehrswege nach Europa und in Überseemärkte unterstützen. Ein solches Projekt würde nicht nur den innerstaatlichen Verkehr neu gestalten, sondern Zypern auch enger an die Verkehrs- und Logistikstrukturen der EU anbinden.

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Auf EU-Ebene wurde Unterstützung für die Prüfung dieses Konzepts bekundet, unter anderem durch den für nachhaltigen Verkehr zuständigen Kommissar. Die Diskussion geht jedoch über die nationale Infrastruktur hinaus und erstreckt sich auf umfassendere EU-Prioritäten im Zusammenhang mit Verkehrssicherheit und Resilienz, Bereiche, in denen der Ratsvorsitz eine koordinierende Rolle spielt.

Der Verband der europäischen Eisenbahnindustrie (UNIFE) hat die Debatte in Zypern mit mehreren laufenden EU-Politikvorhaben in Verbindung gebracht. Eines davon ist die Überarbeitung der Richtlinie über die Vergabe öffentlicher Aufträge, die für das erste Halbjahr 2026 erwartet wird. Aus Sicht der Industrie beeinflussen die Vergaberegeln die Sicherheit der Eisenbahnnetze, da die Beschaffung kritischer Systeme und Komponenten außerhalb der EU zu langfristigen betrieblichen und cyberbezogenen Schwachstellen führen kann.

Die Sicherheit im Schienenverkehr hängt auch mit der fortgesetzten Einführung des Europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems (ERTMS) entlang der Hauptkorridore zusammen. Eine breitere Umsetzung wird als notwendig erachtet, um die technische Fragmentierung zu verringern und einen kontrollierten, interoperablen Verkehr über Grenzen hinweg zu gewährleisten, einschließlich für verteidigungsbezogene Transporte.

Das Ende 2025 von der Europäischen Kommission vorgestellte Militärische Mobilitätspaket bildet ein weiteres Element dieser Agenda. Die Eisenbahn spielt eine zentrale Rolle bei der Ermöglichung grenzüberschreitender Militärtransporte, vorausgesetzt, dass die Infrastrukturparameter und technischen Standards harmonisiert sind. Dieser Ansatz baut auf früheren Bemühungen unter der polnischen EU-Präsidentschaft auf, die sich auf Korridore konzentrierten, die sowohl zivilen als auch militärischen Zwecken dienen.

Kostenreduzierung und Cyber-Resilienz bleiben weitere Themen im Zusammenhang mit der Sicherheit im Schienenverkehr. Die während der dänischen Präsidentschaft begonnenen Arbeiten zur Vereinfachung der Vorschriften und zur Harmonisierung der Normen werden von der Industrie als relevant für die Begrenzung der Systemkomplexität und der Gefährdung durch Cyberrisiken angesehen, während gleichzeitig der finanzielle Druck in der gesamten Branche angegangen wird.


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