Österreich und die Slowakei haben eine gemeinsame Absichtserklärung zum Ausbau des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs unterzeichnet, wobei der Schwerpunkt auf den Verbindungen zwischen Wien und Bratislava sowie weiteren internationalen Korridoren liegt.
Bessere Verbindung über Marchegg
Ein zentrales Projekt ist die Verbindung Wien–Bratislava über Marchegg, die 2025 elektrifiziert und modernisiert wurde. Beide Seiten bereiten sich darauf vor, ab 2026 einen stündlichen Verkehr während des ganzen Tages einzuführen. Auf dem slowakischen Abschnitt zwischen der Grenze und Devínska Nová Ves werden die Doppelspurisierung und die Installation des European Train Control System (ETCS) vorangetrieben.
Verbesserter Zugang zum Flughafen Wien
Die Minister befassten sich auch mit der Verbesserung der Bahnanbindung des Flughafens Wien. Österreich plant eine neue Strecke vom Flughafen Wien nach Bruck an der Leitha und einen zweigleisigen Ausbau zwischen Parndorf und der Grenze bei Kittsee. Die Slowakei verfolgt langfristige Pläne zum zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Bratislava Petržalka und der Grenze bei Kittsee. Die vollständige Einführung von ETCS entlang des Korridors soll den grenzüberschreitenden Verkehr unterstützen, einschließlich potenzieller Direktverbindungen zwischen dem Flughafen Wien und Bratislava Petržalka.
Hochgeschwindigkeits-Netzwerkintegration
Die Erklärung bezieht sich auch auf die Integration in das europäische Hochgeschwindigkeitsbahnnetz. Österreich plant, die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke Wien–Marchegg auf bis zu 200 km/h zu erhöhen, während die Slowakei eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Bratislava und Kúty mit Weiterverbindung in die Tschechische Republik in Erwägung zieht. Längerfristige Konzepte umfassen neue internationale Fernverkehrsdienste über einen geplanten Bahnhof Bratislava West.
Die Modernisierung der Nordbahn zwischen Wien und der Grenze bei Břeclav wurde ebenfalls diskutiert. Beide Länder beabsichtigen, die Bauzeitpläne zu koordinieren, um Beeinträchtigungen des Personen- und Güterverkehrs zu begrenzen, wobei die Slowakei signalisierte, bei Bedarf Ausweichkapazitäten zur Verfügung stellen zu können.