Die norwegische Eisenbahnbehörde veröffentlicht drei Studien zum Nationalen Verkehrsplan

Die norwegische Eisenbahnbehörde veröffentlicht drei Studien zum Nationalen Verkehrsplan
© Jernbanedirektoratet
Die norwegische Eisenbahnbehörde hat drei strategische Studien veröffentlicht, in denen die künftige Rolle der Schiene bei der Deckung des Bedarfs im Personen-, Güter- und öffentlichen Verkehr bis zum Jahr 2050 untersucht wird.

Die am 9. April 2026 veröffentlichte Fernverkehrsstrategie, Güterstrategie und Studie zum öffentlichen Nahverkehr für Ostnorwegen wird in den nächsten Nationalen Verkehrsplan einfließen, dessen Vorlage für 2028 vorgesehen ist.

Fernverkehr auf der Schiene soll mit dem Flugverkehr konkurrieren

Die Strategie für Fernverkehrszüge untersucht, wie die Bahn Marktanteile vom Inlandsflugverkehr gewinnen und gleichzeitig Norwegens Klimaziele unterstützen kann. Die Analyse identifiziert kürzere Fahrzeiten und eine höhere Taktfrequenz als die wirksamsten Maßnahmen, um Fahrgäste zwischen Großstädten anzuziehen. Auch ein verbesserter Komfort an Bord und Preisstrategien werden als unterstützende Faktoren hervorgehoben.

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Der Korridor Oslo–Bergen weist aufgrund seiner Marktgröße das größte Potenzial für eine Verkehrsverlagerung auf. Es wird empfohlen, gezielt in Strecken mit hoher Nachfrage zu investieren, um das Passagierwachstum zu maximieren und die Emissionen zu senken.

Wachstum des Güterverkehrs auf Fernverkehrskorridoren

Die Güterverkehrsstrategie untersucht die Rolle der Schiene im nationalen Logistiksystem bis zum Jahr 2050. Derzeit verfügt die Schiene über einen Wettbewerbsvorteil beim Containerfernverkehr und beim Transport von Massengütern wie Erz und Holz. Die Direktion sieht das größte Wachstumspotenzial auf Korridoren mit hohem Verkehrsaufkommen und großen Entfernungen, insbesondere im kombinierten Verkehr, der die Abhängigkeit vom Straßengüterverkehr verringern kann.

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Die Studie befasst sich zudem mit der militärischen Mobilität und der zivilen Notfallvorsorge. Die Strecken nach Ofot und Meråker sowie grenzüberschreitende Verbindungen in Ostnorwegen werden als entscheidend für die militärische Logistik eingestuft. Nord-Süd-Verbindungen werden als unverzichtbar für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in Notfällen hervorgehoben.

Studie aus Ostnorwegen fordert neuen Tunnel in Oslo

Die Studie zum öffentlichen Nahverkehr in Ostnorwegen konzentriert sich auf Kapazitätsengpässe in der Region Oslo, wo täglich etwa 185.000 Fahrgäste in die Innenstadt und zurück reisen. Da das Schienennetz bereits an seiner Kapazitätsgrenze operiert, ist ein erheblicher Ausbau erforderlich, um den künftigen Bedarf zu decken und das nationale Nullwachstumsziel für den Straßenverkehr zu erreichen.

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Die Direktion empfiehlt den Bau eines neuen nationalen Eisenbahntunnels zwischen Oslo S und Lysaker, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Das Projekt wird als langfristige Investition eingestuft, die nicht vor 2052 fertiggestellt werden könnte; es wird empfohlen, die Planungsarbeiten in naher Zukunft aufzunehmen. Zudem werden weitere Maßnahmen im gesamten Eisenbahn- und Busnetz vorgeschlagen, um dem Bevölkerungswachstum in der Region Rechnung zu tragen.

Konsultationsverfahren

Die drei Studien basieren auf den Herausforderungen, die im Nationalen Verkehrsplan 2025–2036 dargelegt sind, und sollen gemeinsam betrachtet werden. Die norwegische Eisenbahnbehörde wird von Mitte April bis Mitte Juni 2026 eine Konsultationsphase mit Akteuren des Eisenbahnsektors, den Bezirksgemeinden und anderen relevanten Organisationen einleiten.


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