Der Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV NÖ), Kari Ochsner, und der Vorstandsvorsitzende der ÖBB, Andreas Matthä, haben kürzlich bei einem Treffen in Mödling dazu aufgerufen, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern. Mit der Veranstaltung bei Knorr-Bremse unterstrichen sie ihr Engagement für diese Verlagerung.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner unterstützte die Initiative und verwies auf die Vorteile für die Umwelt und die Notwendigkeit der EU-Unterstützung, um eine stabile Schieneninfrastruktur für die exportorientierte niederösterreichische Industrie zu gewährleisten.
Beiträge zu Wirtschaft und Beschäftigung
Eine Studie des Economica-Instituts ergab, dass die Bahnindustrie im Jahr 2022 rund 269 Millionen Euro zur niederösterreichischen Wirtschaft beiträgt. Die Auswirkungen dieses Sektors sind etwa ein Fünftel so groß wie die der Tourismusbranche, deren Gesamteffekte 393,2 Millionen Euro erreichen.
Die Bahnindustrie sichert auch 3.438 Arbeitsplätze in ganz Österreich, 81% davon in Niederösterreich.
Investitionen und Herausforderungen
Die ÖBB wollen bis 2029 fast 5,4 Milliarden Euro in das niederösterreichische Schienennetz investieren. Zu den wichtigsten Projekten gehören das Güterverkehrszentrum Wien-Süd und der Ausbau der wichtigsten Bahnstrecken. Mit diesen Investitionen soll das erwartete Wachstum des Schienenverkehrs bis 2040 bewältigt werden.
Allerdings müssen Kostennachteile und Wettbewerbsbedingungen angegangen werden, um die Attraktivität der Schiene im Vergleich zum Straßenverkehr zu erhöhen. Niederösterreich hat ein Förderprogramm aufgelegt, um Unternehmen zum Umstieg auf die Schiene zu ermutigen, ein Modell, das inzwischen von anderen Regionen übernommen wurde.
Fortschritte in der Bahntechnik
Knorr-Bremse entwickelt digitale Technologien zur Verbesserung der Effizienz im Schienengüterverkehr. Das Projekt "Digital Automatic Coupling" zielt darauf ab, den Schienengüterverkehr zu automatisieren und zu digitalisieren, um die Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz zu steigern.
Künftige Infrastruktur-Pläne
Der Rahmenplan für den Zeitraum 2024-2029 sieht erhebliche Investitionen in die niederösterreichische Schieneninfrastruktur vor: Projekte wie die Nordbahn und der Semmering-Basistunnel werden das Netz erweitern und verbessern, um längere und schwerere Züge zu unterstützen und den Güter- vom Personenverkehr in stark frequentierten Gebieten zu trennen.