Eine neue, in der Zeitschrift Risk Analysis veröffentlichte Studie hat einen Zusammenhang zwischen der Länge von Güterzügen und dem Risiko von Entgleisungen festgestellt. Die Studie, für die Daten der Federal Railroad Administration (FRA) zu Güterzugunfällen aus den Jahren 2013 bis 2022 analysiert wurden, wurde von Forschern der Brigham Young University, der Georgetown University und der Virginia Tech durchgeführt.
Die Untersuchung zeigt, dass längere Züge zwar eine höhere betriebliche Effizienz bieten, aber auch ein höheres Entgleisungsrisiko aufweisen. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein 100-Wagen-Zug entgleist, um 11 % höher als bei einem 50-Wagen-Zug, und bei einem 200-Wagen-Zug ist die Wahrscheinlichkeit einer Entgleisung um 24 % höher. Dies gilt selbst dann, wenn man die geringere Anzahl von Zügen berücksichtigt, die benötigt werden, wenn längere Züge eingesetzt werden.
In der Studie wurde eine neuartige quasi-induzierte Expositionsmethode (QIE) angewandt, um das Problem der fehlenden Expositionsdaten für unfallfreie Zugfahrten zu lösen. Die Forscher konnten die mit unterschiedlichen Zuglängen verbundenen Entgleisungsrisiken ableiten, indem sie Entgleisungen mit Kontrollunfällen an Autobahn-Schienen-Grenzübergängen verglichen, bei denen die Zuglänge keine Rolle spielt.
Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem US-Aufsichtsbehörden und politische Entscheidungsträger darüber diskutieren, wie sich die Zuglänge auf die Sicherheit auswirkt. Die Entgleisung eines 151-Wagen-Zuges im Februar 2023 in East Palestine (Ohio) war der Auslöser für gesetzgeberische Bemühungen wie den Rail Safety Act of 2023, der die Länge von Güterzügen regeln soll.
Trotz der Bemühungen der Eisenbahnunternehmen, die Länge der Züge zu maximieren, um den Gewinn zu steigern, bergen technische Einschränkungen unkalkulierbare Risiken. "Es gibt andere Möglichkeiten der Gewinnsteigerung, wie die richtige Nutzung und Rotation von Waggons, die ähnliche Vorteile bringen, ohne die Strecken und Bahnhöfe zu überlasten. Um dies zu erreichen, haben wir eine Plattform entwickelt , die die Nachfrage mit dem Angebot auf der Schiene verknüpft und die Auslastung der Anlagen erhöht", sagt Dalibor Michálek, Senior Sales Manager bei RAILVIS.com.