Das südafrikanische Verkehrsministerium hat eine Informationsanfrage (Request for Information, RFI) veröffentlicht, um die Gestaltung künftiger Beschaffungsprogramme für Eisenbahn- und Hafenkorridore im ganzen Land voranzutreiben.
Der Antrag zielt auf drei wichtige Güterverkehrskorridore ab:
- Die Nordkap-Routen nach Saldanha und Nelson Mandela Bay für die Ausfuhr von Massengütern (Eisenerz und Mangan),
- Der Korridor von Limpopo und Mpumalanga nach Richards Bay für Kohle- und Chromexporte,
- Die nationale intermodale Lieferkette für Container und Automobile.
Diese Korridore wurden als Teil der ersten Phase der PSP-Projekte im Rahmen der Reforminitiative des Ministeriums für Güterverkehrslogistik ermittelt.
Ziel ist es, für jeden Korridor ein "Framing Problem Statement" (FPS) zu erstellen. Das FPS wird als Grundlage für die Planung eines oder mehrerer PSP-Projekte dienen, die zu zukünftigen Beschaffungsaktivitäten führen könnten. Interessierte und betroffene Parteien (IAPs) sind aufgefordert, Beiträge zu leisten, um dem Ministerium zu helfen, sein Verständnis der infrastrukturellen und betrieblichen Herausforderungen, der Kapazitätsgrenzen und des Investitionsbedarfs zu verfeinern.
Die RFI steht im Einklang mit dem Weißbuch über die nationale Eisenbahnpolitik (2022), in dem Maßnahmen zur Einführung des Zugangs des Privatsektors zum nationalen Eisenbahnnetz dargelegt werden. Sie stützt sich auch auf die nationale Politik für kommerzielle Häfen und den kürzlich verabschiedeten Fahrplan für das Güterlogistiksystem (Dezember 2023), in dem die Wiederbelebung des Schienengüterverkehrs als unmittelbare Priorität genannt wird.
Der Geltungsbereich umfasst sowohl den Güter- als auch den Personenverkehr. Für den Personenverkehr listet das Ministerium potenzielle PSP-Projekte wie die Gauteng Metrorail-Depots in Johannesburg und Tshwane, die X'Trapolis-Zugfabrik in Dunnotar und die Erneuerung der Signalanlagen in Gauteng, KwaZulu-Natal und Westkap auf.
Der RFI zufolge sank das Güterverkehrsaufkommen im Schienenverkehr von 226 Millionen Tonnen pro Jahr im Jahr 2017/18 auf 149,5 Millionen Tonnen im Jahr 2023/24. Das Ministerium hat sich zum Ziel gesetzt, bis Mitte 2029 250 Millionen Tonnen jährlich zu erreichen. Das Ministerium stellt fest, dass die derzeitigen Finanzierungsbeschränkungen des staatlichen Betreibers Transnet die Kapazität für Infrastrukturinvestitionen einschränken, so dass alternative Kapitalquellen erschlossen werden müssen, bevor die PSP-Projekte den finanziellen Abschluss erreichen.
In der RFI wird ferner um einen Einblick in den Markt für Pit-to-Port-Lösungen für Massengüter und durchgängige Lieferketten für Container, Kraftfahrzeuge, landwirtschaftliche Güter und andere allgemeine Güter gebeten. Die Teilnehmer werden gebeten, Daten über das bestehende Volumen, die künftige Nachfrage und wahrgenommene systemische Einschränkungen, die die Logistikleistung beeinträchtigen könnten, mitzuteilen.
Die Ausschreibung ist zwar keine Aufforderung zur Auftragsvergabe, dient aber als formeller Mechanismus zur Sammlung von Beiträgen, die die Gestaltung von PSP-Initiativen beeinflussen können. Die Antworten müssen bis zum 9. Mai 2025, 18.00 Uhr, über die Online-Plattform des Ministeriums eingereicht werden.
Verspätete oder unvollständige Einsendungen können von der Berücksichtigung ausgeschlossen werden. Das Ministerium kann auch Klarstellungen oder zusätzliche Präsentationen von den Einsendern verlangen und behält sich das Recht vor, die Ausschreibung oder zukünftige PSP-Projektvorschläge nach eigenem Ermessen zu ändern oder zurückzuziehen.