Einzelwagenverkehr unter Druck: Güterverkehrsunternehmen listen Herausforderungen in ganz Europa auf

Einzelwagenverkehr unter Druck: Güterverkehrsunternehmen listen Herausforderungen in ganz Europa auf
© RAILMARKET
Der Einzelwagenverkehr (SWL) ist nach wie vor eines der komplexesten Segmente im europäischen Schienengüterverkehr.

Aus den Rückmeldungen der Betreiber und den Erkenntnissen, die Railmarket News in einer Umfrage in den sozialen Medien gesammelt hat, geht hervor, dass die Herausforderungen für diesen Verkehrsträger in allen Ländern gleich sind. Die Betreiber nennen hohe Betriebskosten, den intensiven Wettbewerb auf der Straße und das fragmentierte Infrastrukturmanagement als anhaltende Probleme. Einige Unternehmen wiesen auch auf den Modernisierungsbedarf, die uneinheitliche Anwendung der Politik und den Mangel an koordinierten europaweiten Unterstützungsmechanismen hin.

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Die Ergebnisse der Schnellumfrage in den sozialen Medien zeigen, dass die größten Herausforderungen im SWL-Bereich die hohen Betriebskosten, die komplexe Logistik, die Konkurrenz durch die Straße und die geringe Zuverlässigkeit sind. Railmarket hat sich daher an die Betreiber gewandt, die diesen Dienst in Europa noch anbieten, und hier sind ihre Antworten:

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ZSSK CARGO (Slowakei):

ZSSK CARGO bestätigt, dass hohe Betriebskosten und logistische Komplexität eng miteinander verknüpft sind und das derzeitige SWL-System widerspiegeln. Dem Unternehmen zufolge machen diese Bedingungen den SWL für private Schienengüterverkehrsunternehmen besonders unattraktiv, so dass die nationalen Spediteure für den Dienst verantwortlich sind. Der Betreiber sieht eine anhaltende Nachfrage aus Sektoren wie Holz, Metallschrott, Baumaterialien und Chemikalien, betont aber, dass die Rentabilität ohne staatliche Unterstützung schwierig bleibt.

ZSSK CARGO argumentiert, dass eine koordinierte Unterstützung auf EU-Ebene notwendig ist, nicht nur durch Rabatte beim Zugang zur Infrastruktur, sondern auch durch Maßnahmen, die eine Gleichbehandlung von Straße und Schiene vorschreiben, sowie durch die Internalisierung der externen Kosten des Straßenverkehrs. Seiner Ansicht nach sind die bestehenden Maßnahmen in der Slowakei entweder befristet oder unzureichend.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt das Unternehmen auf regionale Konsolidierungsstrategien wie Anziehungszonen und Zwischenlager zur Bündelung von Sendungen in Ganzzügen. ZSSK CARGO weist auch auf das Potenzial für größere Synergien zwischen Gleisanschlüssen und neuer industrieller Infrastruktur hin und schlägt vor, dass Entwickler Bahnverbindungen in neue Logistikknotenpunkte integrieren sollten.

© DB Cargo
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DB Cargo (Deutschland):

DB Cargo hat seine interne Einschätzung mit der von Railmarket News durchgeführten Umfrage abgeglichen. Das Unternehmen gab an, dass die Digitalisierung der Schlüssel für die Zukunft der SWL ist, insbesondere durch die Einführung der digitalen automatischen Kupplung (DAC). Obwohl DB Cargo keine spezifischen Hindernisse beziffert, erklärte das Unternehmen, dass die Netzoptimierung bereits umgesetzt wurde, um die Zuverlässigkeit der Dienstleistungen zu verbessern. Nichtsdestotrotz ist die finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand weiterhin notwendig, um die Lebensfähigkeit des Dienstes zu erhalten.

© Rail Cargo Group
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Rail Cargo Group (Österreich):

Nach Angaben der Rail Cargo Group stellt der Straßentransport die größte Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit der SWL dar. Die Betriebskosten sind zwar hoch, werden aber durch den zunehmenden Druck der Straßenlogistik noch verstärkt. Die Gruppe betrachtet die Komplexität der Logistik und die abnehmende Zuverlässigkeit - teilweise verursacht durch den Rückzug großer Eisenbahngesellschaften aus dem SWL-Sektor - als zentrale Herausforderungen.

Die Rail Cargo Group unterstreicht die Bedeutung hoher Volumina zur Kompensation der fixen Infrastrukturkosten und sieht den Einzelwagenverkehr als Kernangebot insbesondere für die österreichische und ungarische Industrie. Sie weist jedoch darauf hin, dass das System ohne transnationale Koordination und gezielte Fördermechanismen nicht nachhaltig sein kann. Die Konsolidierung durch multifunktionale Terminals und Zubringerdienste mit festem Fahrplan (TransFER) wird als eine Möglichkeit zur Verbesserung der Effizienz und der Abdeckung angeführt.

Zu den wichtigsten Gütern gehören Papier, Holz, Schrott, Baumaterialien und Abfall. Das Unternehmen sieht auch einen Wert in der Kombination von konventionellen Güterwagen mit intermodaler Logistik wie Wechselbrücken.

© SBB Cargo
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SBB Cargo (Schweiz):

SBB Cargo verwies auf ihr veröffentlichtes Positionspapier zu den Rahmenbedingungen für den Schweizer Güterverkehr, in dem Themen wie Kostendeckung, gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen und Investitionsplanung diskutiert werden. Das Schweizer Unternehmen hat sich zwar nicht speziell zur Umfrage von Railmarket News geäußert, aber bereits früher die Notwendigkeit eines langfristigen politischen Engagements und stabiler regulatorischer Rahmenbedingungen betont, um nationale und internationale Güterverkehrslösungen einschließlich der SWL zu unterstützen.

© Rail Cargo Hungaria
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Rail Cargo Hungaria (Ungarn):

Rail Cargo Hungaria stimmt mit den Ergebnissen der Umfrage in den sozialen Medien überein und fügt weitere Überlegungen hinzu. Der laufende Bau, die Erneuerung und die Instandhaltung von Eisenbahnstrecken in ganz Europa schränken die Durchsatzkapazitäten stark ein, was die Wettbewerbsfähigkeit des SWL-Segments im Vergleich zum Straßentransport weiter beeinträchtigt.

Der ungarische Betreiber glaubt fest an die Zukunft der SWL, betont aber die Notwendigkeit einer nachhaltigen staatlichen Unterstützung. Um das EU-Ziel eines Schienengüterverkehrsanteils von 30 % bis 2030 zu erreichen - derzeit sind es etwa 17 % -, sind erhebliche Veränderungen, ein Ausbau des Verkehrsnetzes und eine entscheidende Verlagerung von der Straße auf die Schiene erforderlich.

Um die Rentabilität zu verbessern, schlägt Rail Cargo Hungaria vor, den Straßenverkehr zu regulieren sowie die technische Entwicklung, die Renovierung der Infrastruktur und die ordnungsgemäße Instandhaltung, einschließlich der Rangierbahnhöfe und Ladezonen, zu fördern. Der Betreiber steigert seine Wettbewerbsfähigkeit durch die Digitalisierung der Güterumschlagsprozesse, die Entwicklung eines integrierten Zugmanagementsystems und den Einsatz energieeffizienter Lokomotiven.

Zu den wichtigsten Gütern von Rail Cargo Hungaria im SWL-Verkehr gehören derzeit Holz, Gefahrgut (Brennstoffe, Gase), Eisenschrott und Komponenten der Elektromobilität, wobei der Batterietransport als besonders vielversprechend gilt.

Beteiligung und Unterlassungen

Während ZSSK CARGO, DB Cargo, Rail Cargo Group und SBB Cargo Einblicke gaben, haben mehrere große Betreiber - Green Cargo, ČD Cargo, SNCF und Lineas - keine Antworten eingereicht.

Kontextueller Hintergrund

Das Weißbuch der Europäischen Kommission zum Thema Verkehr (Transport 2050) setzt sich weiterhin für eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf nachhaltigere Formen des Transports ein. Die SWL-Dienste werden in diesem Rahmen als integraler Bestandteil der Strategie genannt. Wie jedoch aus mehreren Antworten hervorgeht, hängt die Zukunft der SWL-Dienste nicht nur von betrieblichen Verbesserungen ab, sondern auch von einer umfassenden politischen Umsetzung und von Finanzierungsmechanismen, die in ganz Europa einheitlich angewendet werden.


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