Weiteres Güterbahnunternehmen in Norwegen stellt Betrieb ein

Weiteres Güterbahnunternehmen in Norwegen stellt Betrieb ein
© Odd Arne Loeshagen / BLS Rail
BLS Rail AS, die norwegische Tochtergesellschaft der schwedischen BLS Rail AB, hat Konkurs angemeldet.

Von der Entscheidung sind etwa 60 Mitarbeiter betroffen. Das Unternehmen meldete einen Verlust von über 8 Millionen NOK (rund 690.000 EUR) im Jahr 2024 und weitere finanzielle Rückschläge im Jahr 2025. Damit ist BLS Rail AS das vierte private Güterverkehrsunternehmen, das sich aus dem norwegischen Markt zurückzieht, nachdem sich bereits Ofotbanen, Cargolink und Green Cargo Norge zurückgezogen haben.

Der Rückzug wird auf strukturelle Nachteile im norwegischen Schienengüterverkehrssektor zurückgeführt, der durch starken Wettbewerb und betriebliche Hürden gekennzeichnet ist, berichtet das Wirtschaftsportal Norwegen. Als eines der Hauptprobleme wird die häufige Unterbrechung wichtiger Bahnstrecken genannt. Auf der Dovre-Linie, die Oslo und Trondheim verbindet, dauerten die Streckensperrungen in den letzten beiden Jahren jeweils mehrere Monate, was zu erheblichen Einnahmeverlusten und einer Verschlechterung der Liquidität führte. Trotzdem hat die Regierung nichts unternommen, um die topografisch günstigere Røros-Linie als tragfähige Alternative auszubauen.

Die BLS Rail AS betreibt seit rund zwei Jahren einen kombinierten Verkehr von Oslo Alnabru nach Stavanger, Bergen und Trondheim, wobei sowohl eigene als auch geleaste Lokomotiven eingesetzt werden. Die Auslastung der Züge blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Es gelang dem Betreiber nicht, eine stabile Marktposition gegenüber der staatlichen Cargonet und den privaten Wettbewerbern Onrail und Grenland Rail zu erreichen.

Die vom Staat erhobenen Trassenpreise wurden als unverhältnismäßig zu den Einnahmen des Unternehmens empfunden, insbesondere angesichts der geringen Zugauslastung. Auch die Energiekosten fielen aufgrund der starken Steigungen auf den eingleisigen Strecken und der häufigen Kreuzungshalte stark ins Gewicht. BLS Rail AS wies auch auf den ihrer Ansicht nach unlauteren Wettbewerb hin und stellte fest, dass Cargonet finanzielle Unterstützung vom Staat erhält.

BLS Railzieht sich zwar aus dem nationalen Markt zurück, wird aber weiterhin grenzüberschreitende Dienste anbieten. Das Unternehmen plant, einen monatlichen Fahrplan mit zehn Zellstoffzügen von Norwegen nach Schweden beizubehalten.


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