Ein breites Branchenbündnis hat die Initiative "Rettet den Kombinierten Verkehr" ins Leben gerufen und warnt davor, dass die sich verschlechternde Leistung des Schienenverkehrs und baubedingte Unterbrechungen das Rückgrat der europäischen intermodalen Logistik gefährden. Nach Ansicht der Gruppe bedrohen die jüngsten Entwicklungen die wirtschaftliche Stabilität, die Lieferketten und die Klimaziele.
Der Kombinierte Verkehr ersetzt in Deutschland jährlich rund sechs Millionen Lkw-Fahrten, doch die Betreiber berichten von sinkender Pünktlichkeit, steigenden Kosten und längeren Streckenstilllegungen im Zusammenhang mit der Generalsanierung des Netzes. Aufgrund des Mangels an tragfähigen Ausweichrouten verlagert sich das Verkehrsaufkommen bereits wieder auf die Straße - in einigen Fällen sogar dauerhaft. Eine Umkehrung um 30 % würde mehr als eine Million zusätzliche Lkw-Bewegungen und 1,3 Millionen Tonnen zusätzliches CO₂ bedeuten.
Auf der neuen Website save-combined-transport.com werden die Auswirkungen von Korridorsanierungen auf Industrie und Logistiknutzer beschrieben. Sie verdeutlicht das Risiko, dass zunehmende Störungen die Zuverlässigkeit des Schienengüterverkehrs untergraben könnten, gerade wenn die Ziele der Verkehrsverlagerung immer dringlicher werden.
Die Initiative stellt mehrere Forderungen auf: vorhersehbare Rahmenbedingungen, garantierte Transportkapazitäten während der Bauphasen, funktionierende Umleitungsstrecken, wettbewerbsfähige Trassenpreise und eine Infrastrukturplanung, die die Güterströme nicht einschränkt. Die Betreiber betonen die Notwendigkeit eines koordinierten Vorgehens von politischen Entscheidungsträgern und Infrastrukturbetreibern.
Es wurde eine Petition gestartet, um das öffentliche und politische Bewusstsein zu erweitern. Die Gruppe argumentiert, dass unzuverlässige Infrastrukturen, Stilllegungen und steigende Zugangsgebühren den klimafreundlichen Verkehr untergraben und die Verlader zurück auf die Straße drängen.
Zu den vorgeschlagenen kurz- und mittelfristigen Maßnahmen gehören Trassenpreise zum Nulltarif, eine Kapazitätsgarantie von 90 % während der Bauarbeiten, ausgebaute Umleitungsstrecken mit gleichwertigen Zugparametern, eine marktorientierte Trassenzuweisung, Ausgleichszahlungen für minderwertige Trassen bei Störungen und die Aussetzung der Entgelte bei der Streichung von Zugtrassen.
Die Initiative wird von Kombiverkehr und Hupac koordiniert und versteht sich als offene Plattform für Unternehmen, Organisationen und Bürger, die den Kombinierten Verkehr als zentrales Element der europäischen Logistik- und Klimapolitik stabilisieren und stärken wollen.