Deutsche Güterbahnunternehmen haben den Verkehrsausschuss des Bundestages gebeten, die Störungen im nationalen Schienennetz zu untersuchen.
Die Betreiber wollen, dass Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder zur nächsten Sitzung des Ausschusses am Mittwoch eingeladen wird. Der Branchenverband „Die Güterbahnen“ erklärte, den Güterbahnunternehmen drohten Umsatzeinbußen und zusätzliche Kosten in Millionenhöhe.
Der Verband führte den Güterzug 88897 vom Hamburger Hafen nach Nürnberg als Beispiel für die Beeinträchtigungen an. Der Zug, der am 27. Mai fahren sollte, benötigte sechs Tage, nachdem er wegen Kassel umgeleitet worden war, dort wegen einer weiteren Sperrung und aufgrund von Lenkzeitbeschränkungen für den Lokführer abgestellt worden war und dann über Hannover zurückgeschickt wurde, bevor er seine Fahrt nach Nürnberg fortsetzte.
Laut Güterbahnen wurde die Störung durch zu viele schlecht koordinierte Baustellen verursacht, wobei weitere Ausfälle die Signaltechnik, Weichen und Oberleitungen betrafen. Die Betreiber meldeten zudem fehlende Fahrpläne und Züge, die bis zu fünf Stunden an roten Signalen warten mussten.
Der Verband erklärte, die Stahlwerke hätten ihre Produktion aufgrund unzureichender Rohstofflieferungen gedrosselt. Er warnte zudem vor Risiken für die Eisenerzvorräte und die Versorgung der Futtermittelwerke infolge längerer Baumaßnahmen zwischen Hamburg und Berlin, einer teilweisen Sperrung zwischen Hamburg und Hannover sowie umfangreicher Sperrungen in Bayern.
Güterbahnen erklärte, das Bauprogramm von DB InfraGO könne mit dem Druck zusammenhängen, Bundesmittel für die Infrastruktur auszugeben. Der Verband forderte eine stabilere Infrastrukturfinanzierung sowie eine bessere Steuerung und Kontrolle der Bauarbeiten auf dem deutschen Schienennetz.