Das Projekt sieht vor, dieselgetriebene Züge durch eine elektrische Traktion über Oberleitungen zu ersetzen. Die Umsetzung soll in den frühen 2030er Jahren beginnen.
Zwei Generalplanungsaufträge wurden an Ingenieurbüros vergeben, die mit der Planung der Elektrifizierung und der Bewertung möglicher Infrastrukturänderungen beauftragt wurden. Die Marschbahnstrecke wurde in drei Planungsabschnitte unterteilt:
- Itzehoe - Heide: DB Engineering & Consulting
- Heide - Husum: Ein Konsortium aus Obermeyer, Ramboll und Arcadis
- Husum - Westerland: Das gleiche Konsortium wie oben
Neben der Hauptstrecke soll auch eine 26 Kilometer lange Umleitungsstrecke zwischen Jübek und Husum Oberleitungen erhalten, um die Betriebsstabilität während der Bauarbeiten aufrecht zu erhalten.
In der Planungsphase wird geprüft, ob neben der Elektrifizierung weitere Verbesserungen umgesetzt werden können, wie z.B. Anpassungen der Gleisinfrastruktur, Geschwindigkeitserhöhungen, Bahnhofsumbauten, erweiterte Speicherkapazitäten und eine mögliche Aufrüstung des Zugbeeinflussungssystems nach europäischen Standards. Zusätzliche Maßnahmen hängen jedoch von der Machbarkeit im Rahmen des Projekts und der Verfügbarkeit von Finanzmitteln ab.
In einem fünftägigen Treffen mit Vertretern von NAH.SH, den Planungsbüros, der DB InfraGO und dem Land Schleswig-Holstein sollen Anfang Februar die Trassenbegehungen und Workshops beginnen. Öffentliche Informationsveranstaltungen für Kommunen und Umweltverbände folgen im Frühjahr.
Das Projekt wurde durch eine europaweite Ausschreibung im November 2023 initiiert, wobei NAH.SH die ersten Planungsphasen betreut. Sobald die Vorplanung abgeschlossen ist, wird die Verantwortung für den Bau an DB InfraGO übertragen. Es wird erwartet, dass die Planungsfirmen während des gesamten Prozesses involviert bleiben, um die Kontinuität des Projekts zu gewährleisten.
Die Marschbahn ist eine der meistbefahrenen nicht elektrifizierten Strecken Deutschlands. Derzeit müssen Züge, die aus elektrifizierten Netzen kommen, in Itzehoe von Elektro- auf Dieselloks umsteigen, was zusätzliche Zeit und Ressourcen erfordert. Mit der Vollelektrifizierung soll dieser Aufwand entfallen, während gleichzeitig elektrische Züge mit höherer Betriebseffizienz eingeführt werden. Weitere erwartete Ergebnisse sind die Verringerung der Emissionen durch den Einsatz von Windkraft, die mögliche Integration in den Fernverkehr und die Senkung der Betriebskosten.