Finnland: Verlagerung der Bahn auf europäisches Gleis ist wegen Sicherheitsbedenken wieder im Gespräch

Finnland: Verlagerung der Bahn auf europäisches Gleis ist wegen Sicherheitsbedenken wieder im Gespräch
© Väylävirasto
Das finnische Ministerium für Verkehr und Kommunikation erwägt, die derzeitige finnische Spurweite von 1524 mm durch die europäische Norm von 1435 mm zu ersetzen.

Wie die finnischen Medien Yle berichten, folgt diese Überprüfung auf eine veränderte Sicherheitslage in Finnland, die das Ministerium dazu veranlasst hat, eine neue Studie in Auftrag zu geben, die sich speziell auf die nördlichen Eisenbahnstrecken zwischen Finnland und Schweden konzentriert.

Verkehrsministerin Lulu Ranne hob die ständige Veränderung der Sicherheitslage als Schlüsselfaktor für die Neubeurteilung hervor. Eine frühere Studie des Ministeriums, die vor zwei Jahren durchgeführt wurde, hatte die Verlegung der Spurweite aufgrund unzureichender Vorteile für die Verkehrseffizienz verworfen.

Lulu Ranne, Finnish Minister of Transport © Liikenne- ja viestintäministeriö
Lulu Ranne, Finnish Minister of Transport © Liikenne- ja viestintäministeriö

Laut Pekka Rajala, Direktor für Logistik bei der finnischen Infrastrukturagentur, ist diese Option technisch machbar und würde keinen Abbau bestehender Gleise erfordern, so dass der derzeitige Bahnverkehr während der Umstellung aufrechterhalten werden könnte.

Die untersuchten alternativen Methoden, wie z. B. ein Vier-Schienen-System, haben sich als technisch schwierig erwiesen, insbesondere aufgrund der klimatischen Bedingungen in Finnland, die den Einsatz von verstellbarem Rollmaterial, das in südeuropäischen Ländern gut funktioniert, erschweren.

Die Regierung hat 20 Mio. EUR für die Planung eines 50 km langen Abschnitts mit europäischer Spurweite von der schwedischen Grenze bis Kemi, einschließlich der Hafenanschlüsse, bereitgestellt. Minister Ranne schätzt, dass der Ausbau der neuen Spurweite von der Grenze bis nach Oulu etwa 1,5 Mrd. EUR kosten würde. Das umfassendere Projekt könnte von der Europäischen Union finanziert werden, die möglicherweise die Hälfte der Planungskosten und 30 % der Baukosten übernimmt. Mit dem Baubeginn wird frühestens in den 2030er Jahren gerechnet.

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Der nationale Eisenbahnbetreiber VR wies darauf hin, wie wichtig es sei, die Durchführbarkeit der europäischen Spurweite zwischen Oulu und Haparanda zu untersuchen, und betonte die Notwendigkeit von Lösungen, die mit der nationalen Wettbewerbsfähigkeit, der Versorgungssicherheit und der militärischen Sicherheit in Einklang stehen. VR räumte jedoch auch ein, dass es während der Bauphase zu langfristigen Unterbrechungen kommen könnte, und wies auf zusätzliche Investitionen in rollendes Material hin, die erforderlich wären, wenn Finnland die europäische Spurweite vollständig einführen würde.

Finnland muss in den kommenden Jahren seine Absichten bezüglich der Umstellung der Spurweite auf den europäischen Verkehrskorridoren mit der EU klären, wobei eine endgültige nationale Politik bis zum Sommer 2027 erwartet wird.


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