Die ÖBB haben die technische Validierungsphase abgeschlossen, die Systemprüfungen, Probebetrieb und Simulationen mit mehreren Schienenfahrzeugen und Messeinheiten umfasste.
Letzte Testläufe erreichten 250 km/h
Die Versuche umfassten einzelne Lokomotiven, Testwagen und Railjet-Einheiten, die alle mit Präzisionssensoren ausgestattet waren. Diese sammelten Daten über Vibrationen, Stromversorgung, Funkkommunikation und Gleisverhalten. Die Tests wurden schrittweise von 160 km/h auf 250 km/h gesteigert - und damit über die Standardbetriebsgeschwindigkeit der Railjets hinaus, die im täglichen Betrieb 230 km/h erreichen. Im Rahmen des Testprogramms wurden auch das GSM-R-System und der für den Korridor erforderliche ETCS-Zugsteuerungsrahmen untersucht.
Verkürzte Reisezeit zwischen Graz und Klagenfurt
Nach der Inbetriebnahme soll die Strecke Graz und Klagenfurt in 45 Minuten verbinden. Die bisherige Reisezeit auf der Schiene beträgt knapp drei Stunden, mit dem Auto rund 90 Minuten. Die endgültige Fahrzeit und die aktualisierten Zugfahrpläne werden im Fahrplan 2025/26 bestätigt, den die ÖBB am 16. September 2025 veröffentlichen wollen.
Nächste Schritte zur Inbetriebnahme
Bevor der Personenverkehr am 14. Dezember 2025 aufgenommen wird, soll der Güterverkehr auf dem Korridor im Oktober beginnen. In der Zwischenzeit sind behördliche Genehmigungsverfahren, Personalschulungen und Sicherheitsübungen mit den Rettungsdiensten geplant. Ab August werden die ÖBB das Betriebspersonal, einschließlich Fahrer und Techniker, für die laufende Instandhaltung und das Streckenmanagement schulen.
Die Koordinierung des Streckenzugangs, die Fahrplanplanung und der Betrieb der Leitstelle waren während der gesamten Vorbereitungsphase beteiligt. Das Testprogramm umfasste auch die Unterstützung durch externe Partner und Systemlieferanten, die an der ETCS-Einführung arbeiten. Nachdem die täglichen Sperrungen in Kärnten und der Steiermark nun aufgehoben sind, werden die letzten Vorbereitungen vor dem kommerziellen Start fortgesetzt.