Die Übung fand am 10. Juni im Rahmen eines landesweiten Tests des estnischen öffentlichen Warnsystems „EE-ALARM“ statt, bei dem im ganzen Land Sirenen ertönten und die Einwohner Warnmeldungen erhielten.
Nach der Warnmeldung wiesen die Fahrdienstleiter die Züge auf vier Strecken im Osten und Süden Estlands an, am nächsten möglichen Bahnhof oder an einer Haltestelle anzuhalten. Betroffen waren die Streckenabschnitte Tapa–Narva, Tapa–Tartu, Tartu–Valga und Tartu–Koidula.
Anschließend simulierten die Lokführer den Beginn einer Fahrgastevakuierung und eines Schutzmaßnahmenablaufs. Die Züge standen nicht länger als zwei Minuten still, bevor der Betrieb auf mündliche Anweisung des Fahrdienstleiters wieder aufgenommen wurde. Die Auswirkungen auf den Fahrplan hielten sich in Grenzen.
„Der Aufbau von Krisenresilienz ist ein kontinuierlicher Prozess. Diese landesweite Übung war der nächste Schritt, um die Zusammenarbeit mit Elron in einer Situation zu trainieren, in der Bruchteile einer Sekunde über die Sicherheit der Menschen entscheiden können“, sagte Marius Kupper, Leiter des Bereichs Geschäftskontinuität bei Eesti Raudtee.
Laut Elron bergen Drohnen neue betriebliche Risiken für Eisenbahnunternehmen, darunter Verzögerungen bei der Weitergabe wichtiger Informationen, falsche Entscheidungen bei der Einstellung des Verkehrs sowie eine unzureichende Vorbereitung des Personals.
„Die Übung ermöglichte es uns, in Echtzeit zu testen, wie die Entscheidungskette beim Infrastrukturbetreiber funktioniert, wenn der Zugverkehr aufgrund einer Drohnenbedrohung sofort gestoppt werden muss“, sagte Madis Kolli, Sicherheitsmanager bei Elron.
„Das Ziel besteht darin, Schwachstellen zu erkennen und zu beheben, bevor es zu einem echten Notfall kommt. Jede solche Übung verringert das Risiko von Verzögerungen oder Missverständnissen, die das Leben und die Gesundheit von Menschen gefährden könnten“, fügte er hinzu.
Der Test fand im Rahmen der groß angelegten nationalen Krisenübung „ILVES 2026“ statt, an der rund 130 Behörden, Unternehmen und andere Organisationen beteiligt waren. Das Programm umfasste Szenarien wie Sabotage, Explosionen, Desinformation, Bedrohungen durch Drohnen sowie die Aufrechterhaltung wesentlicher staatlicher Dienste.