Brenner-Basistunnel: Erkundungsröhre erreicht Grenze zwischen Österreich und Italien

Brenner-Basistunnel: Erkundungsröhre erreicht Grenze zwischen Österreich und Italien
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Der Vortrieb des Erkundungstunnels unter dem Brennerpass hat die Grenze zwischen Österreich und Italien erreicht und ist damit auf einer Länge von 56 km abgeschlossen.

Der Tunnel, der unter und zwischen den beiden künftigen Haupteisenbahnröhren verläuft, ist Teil des Projekts Brenner Basistunnel (BBT) und befindet sich seit Dezember 2007 im Bau.

Die Fertigstellung wurde am 18. September 2025 im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung in Brenner gefeiert. Der Erkundungsstollen dient als geotechnischer Untersuchungskorridor, um die Gebirgsverhältnisse zu beurteilen und die Risiken beim Bau der Hauptröhren zu verringern. Sobald der BBT in Betrieb ist, wird der Tunnel auch für die Entwässerung, die technischen Systeme und den Zugang zur Wartung genutzt.

Mit diesem Schritt ist der Ausbruch aller geplanten Tunnel auf der italienischen Seite abgeschlossen. 88 % der Tunnelausbrucharbeiten im gesamten Projekt sind bis August 2025 abgeschlossen.

Übersicht über die Baustellen

Von den sieben Baustellen entlang der BBT-Trasse sind noch drei aktiv, wobei der Fortschritt der Aushubarbeiten je nach Abschnitt variiert:

  • Los H71 (Eisacktaler Unterführung): Fertigstellung im Dezember 2023, Anschluss des BBT an die bestehende Brenner-Eisenbahnlinie bei Fortezza, einschließlich 4,5 km Haupttunnel und 1,2 km Verbindungsinfrastruktur.
  • Los H52 (Hochstegen): Lieferung von insgesamt 4,8 km Tunneln, einschließlich Erkundungs-, Haupt- und Verbindungstunnel sowie Querschläge, Fertigstellung im Dezember 2023.
  • Los H33 (Tulfes-Pfons): Fertigstellung im September 2021 mit 43,3 km Tunnelausbruch einschließlich Not-, Haupt- und Erkundungsstollen.
  • Los H21 (Sillschlucht): Fertigstellung im Dezember 2024. Dieser Abschnitt verbindet das nördliche BBT-Portal mit dem Innsbrucker Hauptbahnhof.
  • Los H61 (Maultiere 2-3): Beginn im Jahr 2011, Abschluss der Ausbrucharbeiten im August 2025. Der Abschnitt umfasst 65 km Haupttunnel, Erkundungsröhren, Querschläge und einen Zugangstunnel. Die abschließenden Auskleidungsarbeiten sind im Gange.
  • Los H41 (Sillschlucht-Pfons): Dieses Los wird seit Januar 2022 gebaut und umfasst 22,5 km Haupttunnel und 2,3 km Querschläge. Die Tunnelbohrmaschinen "Ida" und "Lilia" haben die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht.
  • Los H53 (Pfons-Brenner): Der Aushub begann im Mai 2023. Die TBM "Wilma" und "Olga" begannen im September 2024 mit dem Vortrieb in Richtung Norden. Dieses Los umfasst 25,2 km Haupttunnel, 1,6 km Erkundungsröhre und 2,6 km Querschläge.
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EU-Zweckbindung

Der Brenner-Basistunnel wird langfristig durch EU-Finanzierungsprogramme im Verkehrsbereich unterstützt. Bis Ende 2025 wird der Gesamtbeitrag der EU voraussichtlich 2,3 Mrd. EUR betragen, was etwa 2,3 Mrd. EUR in Landeswährung entspricht.

Worum geht es bei dem Projekt?

Der BBT soll die Eisenbahnverbindungen durch die Alpen auf der Achse München-Verona verbessern, die Teil des TEN-T-Korridors Skandinavien-Mittelmeer ist. Die bestehende, aus dem Jahr 1860 stammende Brennerbahn überwindet starke Steigungen und schränkt die Geschwindigkeit und die Ladekapazität der Züge ein. Der neue Tunnel wird fast eben unter dem Brennerpass verlaufen und eine maximale Steigung von 7‰ aufweisen.

Nach seiner Fertigstellung wird das 64 km lange zweiröhrige Bauwerk der längste Eisenbahntunnel der Welt sein. Er wird die Strecke Fortezza-Innsbruck um rund 20 km verkürzen und die Fahrzeit für Personenzüge je nach Betriebsgeschwindigkeit von 80 auf 25 Minuten reduzieren.

Jede eingleisige Röhre hat einen Innendurchmesser von 8,1 Metern und ist in einem Abstand von 40 bis 70 Metern angeordnet. Die Sicherheitsverbindungen zwischen den beiden Röhren werden in Abständen von 333 Metern angeordnet. Der Tunnel wird über die Fortezza im Süden und die Umfahrung Innsbrucks sowie die Unterinntalbahn im Norden in das bestehende Netz eingebunden.


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