Die Bauarbeiten an Litauens fortschrittlichstem Rail-Baltica-Abschnitt schreiten zügig voran. Auf einem 8,8 Kilometer langen Abschnitt zwischen Šveicarija und Žeimiai werden jetzt die ersten Schienen verlegt, die bis Ende 2025 fertiggestellt werden sollen.
"Der Eisenbahnbau geht von der Planung zur tatsächlichen Arbeit über - von der Vision zur Verlegung von Gleisen", sagte Juras Taminskas, Litauens Minister für Verkehr und Kommunikation. "Die Rail Baltica ist nicht nur ein modernes Verkehrsprojekt, sondern auch ein Sicherheitsgarant für den gesamten Ostseeraum."
Die jeweils 25 Meter langen Schienen des Abschnitts werden mit modernster Technik verbunden und ausgerichtet, um europäischen Standards zu entsprechen. LTG Infra, das für Rail Baltica in Litauen zuständige Unternehmen der LTG-Gruppe, hat für die Arbeiten 86.200 Tonnen Schotter, 29.500 Schwellen und 42 Kilometer Schienen beschafft.
Laut Egidijus Lazauskas, CEO der LTG Gruppe, tritt das Projekt jetzt in seine dynamischste Phase ein: "Territoriale Planung und Design brauchen Zeit, aber der Gleisbau geht schnell voran. Unsere Priorität ist es, die starke Dynamik des letzten Jahres beizubehalten".
LTG Infra betont, dass die Auswirkungen des Projekts weit über den Verkehr hinausgehen. "Jeder investierte Euro bringt dem Staat mindestens zwei Euro ein", so Vytis Žalimas, CEO der LTG Infra. "Es bringt langfristige Vorteile für die Beschäftigung, den Tourismus und die Wirtschaft im ganzen Land."
Der Auftrag über 18,8 Mio. Euro für den Bau der oberen Gleisanlage zwischen Šveicarija und Žeimiai wurde an ein Gemeinschaftsunternehmen der Leonhard Weiss GmbH & Co. KG (Deutschland) und Leonhard Weiss OÜ (Estland) vergeben. Nach dem Einbau der Gleise wird die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke im Rahmen des im September mit COBELEC Rail Baltica unterzeichneten Regionalvertrags im Wert von 2,14 Mrd. EUR elektrifiziert - der größte Elektrifizierungsvertrag, der jemals im Baltikum abgeschlossen wurde.
Derzeit laufen die Planungsarbeiten für die Elektrifizierung des Abschnitts zwischen der litauisch-polnischen Grenze und Kaunas, während die Bauarbeiten an der 77 km langen Strecke von Kaunas nach Panevėžys fortgesetzt werden, die demnächst auf 114 km verlängert werden soll.
Nach ihrer Fertigstellung wird Rail Baltica eine vollständig elektrifizierte europäische Standardspurverbindung sein, die Litauen, Lettland und Estland mit Mittel- und Westeuropa verbindet und den Handel, die Mobilität und die Sicherheit in der Region stärkt.
Infobox: Rail Baltica in Litauen
- Gesamtlänge: 392 km (litauischer Abschnitt)
- Spurweite: 1435 mm (europäische Norm)
- Derzeitige Bauarbeiten: Kaunas-Panevėžys (77 km), soll auf 114 km erweitert werden
- Gleisbauphase: Schweiz-Deutschland (8,8 km)
- Elektrifizierungsvertrag: 2,14 Mrd. € mit COBELEC Rail Baltica
- Ziel der Fertigstellung: Ende 2025 (erste Phase)
- Durchführendes Unternehmen: LTG Infra (LTG Gruppe)