Die ÖBB hat bestätigt, dass der Semmering-Basistunnel voraussichtlich Ende 2029 in Betrieb genommen wird, was eine neue Phase für den Schienenverkehr auf dem südlichen Eisenbahnkorridor Österreichs zwischen Niederösterreich und der Steiermark einläutet.
Die Ankündigung erfolgte im Anschluss an die erste offizielle Durchfahrt durch den Tunnel, bei der eine Delegation unter der Leitung des österreichischen Verkehrsministers Peter Hanke und des ÖBB-Vorstandsvorsitzenden Andreas Matthä von Gloggnitz nach Mürzzuschlag durch das fertiggestellte Tunnelsystem fuhr. Nationalratspräsidentin Doris Bures sowie Verkehrsbeauftragte der im Parlament vertretenen Parteien nahmen ebenfalls an dem Besuch teil.
Sobald sie in Betrieb ist, wird sie die steile Bergstrecke über den Semmeringpass für den Fern- und Güterverkehr ersetzen.
Laut ÖBB wird der Tunnel die Fahrzeit zwischen Wien und Graz auf etwa 1 Stunde und 50 Minuten verkürzen und die Kapazität für den Güterverkehr auf der Südbahnlinie erhöhen.
Das Projekt erreichte Ende 2024 mit dem Abschluss aller Aushubarbeiten einen wichtigen Meilenstein im Bauablauf. Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf die Installation der technischen Bahnsysteme und die Fertigstellung der Betoninnenauskleidung in den Abschnitten bei Gloggnitz und im Nothaltbereich Fröschnitzgraben.
Seit Sommer 2025 konzentrieren sich die Arbeiten auf die Ausstattung des Doppelröhrentunnels mit Gleisen, Stromversorgungssystemen, Betriebsausrüstung und weiterer für den kommerziellen Betrieb erforderlicher Eisenbahninfrastruktur. Nach Angaben der ÖBB wird diese Phase noch mehr als drei Jahre andauern, bevor Ende 2029 die Inbetriebnahme beginnt.
Der Semmering-Basistunnel soll die Kapazität und die betriebliche Effizienz auf der Nord-Süd-Eisenbahnachse durch Österreich erhöhen und gleichzeitig zusätzlichen Personen- und Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagern.