Ein 600 Meter langer Güterzug entgleiste am Freitag kurz vor 15:00 Uhr außerhalb der Gemeinde Bollebygd, wodurch der Zugverkehr zwischen Göteborg und Borås zum Erliegen kam. Nach Angaben von Trafikverket wird als Ursache vermutlich eine Sonnenknickung vermutet. Der Vorfall hat auch den Zugverkehr von Göteborg in Richtung Stockholm und Kalmar beeinträchtigt.
Von der Entgleisung sind zahlreiche Waggons betroffen, und sie ereignete sich in unwegsamem Gelände, was die Bergungsarbeiten erschwert. Nach Angaben von Trafikverket könnten die Aufräum- und Wiederherstellungsarbeiten etwa zwei Wochen dauern, allerdings wurde noch kein konkretes Datum für die Wiederinbetriebnahme genannt.
Zu den ersten Aufräumarbeiten gehören das Fällen von Bäumen und der Bau einer provisorischen Zufahrtsstraße. Nach Angaben von Trafikverket soll die Oberleitungsausrüstung am 28. Juni entfernt werden, und die entgleisten Waggons sollen am 29. Juni abgeschleppt werden. Mit den Reparaturarbeiten an der Infrastruktur wird voraussichtlich begonnen, sobald der Zug geborgen ist.
Die Entgleisung ereignete sich zu einer Zeit, als extreme Hitze zu weitreichenden Beeinträchtigungen im gesamten europäischen Schienennetz führte. In Deutschland rieten die Deutsche Bahn und andere Betreiber den Fahrgästen, am Wochenende auf alle nicht unbedingt notwendigen Fern- und Regionalfahrten zu verzichten, und warnten vor Verspätungen und Ausfällen, da Rekordtemperaturen die Infrastruktur und den Zugpark zusätzlich belasteten. Die DB ermöglichte zudem die kostenlose Stornierung berechtigter Fernverkehrstickets für Fahrten bis zum 30. Juni.
National Express hat am Samstag vorsorglich fünf Regionalstrecken in Nordrhein-Westfalen für sechs Stunden vorübergehend stillgelegt, um zu verhindern, dass Züge aufgrund der extremen Hitze liegen bleiben. Die DB hielt ihren Betrieb aufrecht, setzte dabei zusätzliches Personal ein und stellte an den größeren Bahnhöfen Trinkwasser bereit.
In Frankreich riet SNCF-Chef Jean Castex gefährdeten Fahrgästen, ihre Bahnreisen während der Hitzewelle zu verschieben. Auch Eurostar strich aufgrund der extremen Temperaturen ausgewählte Verbindungen zwischen dem 25. und 30. Juni und empfahl Fahrgästen, die zwischen Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland unterwegs sind, eine Verschiebung ihrer Reisen in Betracht zu ziehen.