Die Deutsche Bahn (DB), Trenitalia und die ÖBBhaben eine Kooperationsvereinbarung zur Einführung neuer Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Deutschland und Italien über Österreich unterzeichnet.
Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnverbindung von Bayern nach Nord- und Mittelitalien
Für die geplante grenzüberschreitende Verbindung werden Frecciarossa 1000 (ETR1000)-Züge eingesetzt, die von Hitachi und Alstom gebaut werden. Diese achtteiligen Züge sind 200 Meter lang und verfügen über 462 Sitzplätze in vier Klassen. Für den Einsatz in Deutschland und Österreich werden die Züge derzeit technisch angepasst und zertifiziert. Anschließend werden sie in allen drei Ländern getestet.
Zunächst sollen zwei neue Strecken eingerichtet werden:
- München - Mailand (ca. 6,5 Stunden)
- München - Rom (ca. 8,5 Stunden)
Die Strecke nach Mailand wird über Innsbruck, Bozen, Trient, Rovereto, Verona und Brescia führen. Die Strecke nach Rom verläuft bis Verona auf demselben Weg und wird dann über Bologna und Florenz fortgesetzt.
Zweistufige Einführung mit Erweiterung bis 2028
Die Zusammenarbeit sieht eine Einführung in zwei Phasen vor. In der ersten Phase wird jede der beiden Strecken einen täglichen Hin- und Rückflug haben. Innsbruck wird dabei als zentraler Knotenpunkt für die neuen Verkehrsströme fungieren.
In der zweiten Phase sollen die Dienste ab Dezember 2028 von und nach Berlin und Neapel erweitert werden. Das geplante Gesamtnetz besteht aus fünf täglichen Zugpaaren:
- München - Mailand (über Verona und Brescia)
- Berlin–Munich–Milan (via Innsbruck and Verona)
- München-Rom (über Bologna und Florenz)
- München-Neapel (Verlängerung der Strecke Rom)
- Berlin-Rom-Neapel (über München, Verona und Florenz)
Zeitplan für die Vorbereitung und Ausblick auf die Infrastruktur
Die vollständige Markteinführung im Jahr 2026 hängt von der erfolgreichen Zulassung des rollenden Materials und der Koordinierung des Betriebs durch die beteiligten Infrastrukturbetreiber ab.
Längerfristig wird die Eröffnung des Brenner-Basistunnels, die für Ende 2032 erwartet wird, die Reisezeit zwischen Deutschland und Italien voraussichtlich um etwa eine Stunde verkürzen. Die neuen Zugverbindungen sind Teil eines Pilotprojekts der Europäischen Kommission, das darauf abzielt, verbesserte grenzüberschreitende Schienenpersonenverkehrskorridore zu testen und umzusetzen.
Die Zusammenarbeit umfasst auch technische Anpassungen der nationalen Systeme und die Angleichung der Rechtsvorschriften in Deutschland, Österreich und Italien sowie die Beschaffung und Zertifizierung von interoperablen Fahrzeugen. Finanzielle Einzelheiten zu den Kosten des Anpassungsprozesses oder dem operativen Rahmen der grenzüberschreitenden Vereinbarung wurden nicht veröffentlicht.