Erste batterieelektrische Mireo Plus B-Züge nehmen den Fahrgastbetrieb im Westerwald auf

Erste batterieelektrische Mireo Plus B-Züge nehmen den Fahrgastbetrieb im Westerwald auf
© SPNV-Nord, Gerhard Hohl
Ihre Einführung erfolgt sechs Monate früher als geplant.

Die batterieelektrischen Mireo Plus B von Siemens Mobility haben den Fahrgastbetrieb in Rheinland-Pfalz aufgenommen und damit den ersten Einsatz dieser Traktionsart in Rheinland-Pfalz. Drei zweiteilige Züge der Hessischen Landesbahn (HLB ) sind nun auf den Linien RB 90 (Limburg-Au-Siegen) und RB 29 (Limburg-Siershahn) im Einsatz.

Die Einheiten werden unter dem SPNV-Nord betrieben und befinden sich seit Mai 2025 im Test- und Ausbildungsbetrieb. Am 22. September 2025 fand ein offizieller Probebetrieb mit einer Sonderfahrt zwischen Limburg und Westerburg statt, bei dem Vertreter des Landes und der Kommunen an Bord waren.

Auf den elektrifizierten Abschnitten zwischen Siegen und Au (Sieg) sowie in Limburg beziehen die Mireo Plus B den Fahrstrom aus der bestehenden Oberleitung. Auf den nicht elektrifizierten Abschnitten, darunter ein 78 km langer Abschnitt durch den Westerwald, werden die Züge mit Batteriestrom betrieben. Es wurde keine zusätzliche Ladeinfrastruktur installiert; stattdessen werden die Züge bei planmäßigen Zwischenstopps von über 20 Minuten in Limburg und während des Betriebs unter Strom aufgeladen.

© SPNV-Nord, Gerhard Hohl
© SPNV-Nord, Gerhard Hohl

Der 78 km lange Korridor Limburg-Au-Siegen weist Höhenunterschiede von bis zu 350 m auf und ist damit einer der anspruchsvollsten BEMU-Einsätze, die es derzeit in Deutschland gibt. Jede Einheit bietet 126 Sitzplätze und Stehplätze für 156 Fahrgäste sowie einen Mehrzweckbereich für Fahrräder und Rollstühle. Die Flotte wird mit Ökostrom betrieben, und die jährlichen CO₂-Einsparungen werden auf fast 1.150 Tonnen geschätzt.

Die HLB hat die Fahrzeuge Anfang 2023 bestellt, Siemens liefert alle drei Einheiten. Die Anschaffung und der Betrieb werden gemeinsam vom SPNV-Nord und dem Land Rheinland-Pfalz finanziert. Die Bundesmittel des BMDV belaufen sich auf 3,54 Mio. Euro, die aus dem Programm zur Förderung der alternativen Traktion im Schienenverkehr stammen.


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