DSB führt Talgo 230-Züge auf der Strecke Kopenhagen-Hamburg ein

DSB führt Talgo 230-Züge auf der Strecke Kopenhagen-Hamburg ein
© Talgo
Damit wird ein täglicher Hin- und Rückfahrdienst eingeführt, der mit dem in Spanien gebauten Rollmaterial betrieben wird, das ältere, zuvor auf dem internationalen Korridor eingesetzte Ausrüstung ersetzt.

Die staatliche dänische Eisenbahngesellschaft DSB hat offiziell den kommerziellen Betrieb mit ihren neuen Talgo 230-Zügen auf der EuroCity-Strecke zwischen Kopenhagen und Hamburg aufgenommen.

Der erste Zug mit der neuen Zuggattung war EC 397, der um 14:11 Uhr MEZ in Kopenhagen Hbf abfuhr und um 19:02 Uhr in Hamburg ankam, mit Halt in Ringsted, Odense, Kolding, Padborg (DK) und Schleswig (DE). Der Rückflug mit dem EC 396 verlässt Hamburg um 10.53 Uhr und erreicht die dänische Hauptstadt um 15.50 Uhr.

Die Talgo 230-Einheiten bieten Platz für 492 Fahrgäste pro Zug, was eine deutliche Steigerung gegenüber den früheren 136-sitzigen Zügen bedeutet. Die DSB beabsichtigt, das neue Rollmaterial in den kommenden Wochen schrittweise einzuführen.

Diese lokbespannten Züge sind für eine kommerzielle Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h gebaut und für den Betrieb im Gegentakt konfiguriert. Derzeit wird aus Spanien ein Steuerwagen (Styrevogn) geliefert, der diese Konfiguration ermöglicht. Bis dahin fahren die Züge mit Lokomotiven an beiden Enden oder müssen beim Wenden manövriert werden.

Die Talgo 230-Flotte für die DSB besteht aus 16 Zügen. Der Beschaffungsprozess begann 2020, als die DSB einen Rahmenvertrag im Wert von 3,73 Mrd. DKK (ca. 500 Mio. EUR) unterzeichnete, der eine Festbestellung von acht Einheiten im Wert von 1 Mrd. DKK (134 Mio. EUR) beinhaltete. Im Jahr 2021 wurde die Fahrgastkapazität dieser acht Züge durch einen Zusatzauftrag um 10 % erhöht. Zwei Jahre später, im April 2023, erteilte die DSB einen dritten Auftrag im Wert von 1,37 Mrd. DKK (184 Mio. EUR) über weitere acht Züge.

Die Züge sind mit einer modularen Wagenanordnung gebaut, die PRM-zugängliche Wagen, Abteile der ersten und zweiten Klasse sowie flexible Mehrzweckräume mit Einrichtungen für Fahrräder und Kinderwagen umfasst. Talgo gibt für die Fahrzeuge eine Rückgewinnungsquote von 95 % an, wobei eine leichtere Bauweise den Energieverbrauch senken soll.

Parallel zum dänischen Einsatz strebt Talgo die Zulassung desselben Zugtyps in Österreich, den Niederlanden und der Schweiz (bis Basel) an, was mit Plänen für einen breiteren grenzüberschreitenden Einsatz in Einklang steht.

Die Einführung dieser Züge erfolgt vor dem Hintergrund eines größeren Interesses an der Talgo 230-Plattform, die auch im Mittelpunkt eines kürzlich von Flix vergebenen Auftrags über bis zu 65 Züge steht. Darüber hinaus wird älteres Talgo-Rollmaterial für den Einsatz in der Tschechischen Republik und der Slowakei im Rahmen von Leo Express, einem Unternehmen der spanischen Renfe, vorbereitet.

Sobald die feste Fehmarnbelt-Querung eröffnet ist, dürfte sich die Reisezeit auf der Strecke Kopenhagen-Hamburg erheblich verkürzen, was den Wettbewerb zwischen der Bahn und anderen Verkehrsträgern weiter verändern wird.


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