Die Rhätische Bahn (RhB) meldet für die ersten zehn Monate des Jahres 2025 eine Zunahme der Personenkilometer um 11% gegenüber dem gleichen Zeitraum 2024.
Das Fahrgastaufkommen auf der Berninalinie ist in den letzten drei Jahren um 71 % gestiegen. Einige Züge fuhren an den Wochenenden über die volle Kapazität hinaus. Das RhB-Personal in den Bereichen Reservierung, Bahnhof und Bordservice stand unter erhöhtem Druck, um das Fahrgastaufkommen zu bewältigen.
Zwischen Januar und Oktober 2025 beförderte der Bernina Express 416'220 Passagiere - 13% mehr als im gleichen Zeitraum 2024 (369'050). Verglichen mit dem Rekordjahr 2019 vor der Pandemie bedeutet dies eine Steigerung von 68%. Als Reaktion darauf hat die RhB die Panoramawagen einer sanften Renovierung unterzogen, die mehr Gepäckraum, eine neue Innenausstattung in Holzoptik, aktualisierte Teppiche und Sitzpolster sowie technische Verbesserungen wie Steckdosen an jedem Sitzplatz umfasst.
Die Buchungen für den Glacier Express sind im Vergleich zum Vorjahr um 8 % gestiegen und haben sich der Kapazitätsgrenze stärker angenähert als im Jahr 2024.
Trotz hoher Nachfrage und baubedingten Störungen verbesserte die RhB die Gesamtpünktlichkeit zwischen Januar und Oktober 2025 um fünf Prozentpunkte auf 90,6 Prozent. Auf der Albulastrecke stieg die Pünktlichkeit auf 78,7 %, auf der Berninastrecke auf 86,6 %, sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Pläne für die Erneuerung des rollenden Materials und schnellere Verbindungen
Die RhB präsentierte ihre langfristigen Pläne für die Berninalinie als Teil ihres Entwicklungsrahmens 2040. Dazu gehören neue Zweispannungs-Gelenktriebzüge, die schrittweise die aktuelle Flotte ersetzen und zusätzliche Sitzplätze bieten sowie die Fahrzeiten verkürzen sollen. Auch die Taktfrequenz soll erhöht werden. Die vorgeschlagenen halbstündlichen Verbindungen zwischen St. Moritz, Poschiavo und Tirano könnten bis zu 30 Minuten schneller verkehren, mit verbesserten Verbindungen nach Mailand.
In der Gegenrichtung sind Direktverbindungen im Zweistundentakt zwischen dem Puschlav, Pontresina und Chur geplant. Die RhB beabsichtigt zudem, den Bernina-Express in den regulären Fahrplan zu integrieren und neue Panoramawagen einzusetzen. Diese Entwicklungen stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung der eidgenössischen und kantonalen Behörden.
Fahrplanänderungen 2026 und neue Sitzplatzreservierungsoption
Ab dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 wird im Regionalverkehr der Bernina-Linie eine neue optionale Sitzplatzreservierung eingeführt. Sie kostet 5 Franken (ca. 5,20 Euro) und wird in den Allegra-Zügen angeboten.
Änderungen gibt es auch auf dem RegioExpress RE9 zwischen St. Moritz und Tirano. Aufgrund der italienischen Sicherheitsvorschriften wird auf dem 800 Meter langen Stadtabschnitt in Tirano die Geschwindigkeit auf 15 km/h reduziert. Da dadurch der bestehende Fahrplanpuffer aufgebraucht wird, lässt die RhB auf allen RE9-Zügen die Halte in Campocologno (in beiden Richtungen) und Li Curt (bisher Bedarfshalt Richtung St. Moritz) aus. Ausgenommen sind die Züge RE9 1636 und 1649, die mit angepassten Fahrplänen weiterhin in Campocologno halten werden.