Der Zug, der zuvor im Hitachi-Rail-Werkin Newton Aycliffe mit niedriger Geschwindigkeit getestet wurde, wird nun in den nächsten zwei Monaten auf den Strecken zwischen York und dem Flughafen Manchester sowie zwischen Leeds und Liverpool Lime Street getestet.
Das Testprogramm, eine Zusammenarbeit zwischen TransPennine Express (TPE), Angel Trains und Hitachi Rail, zielt darauf ab, die Leistung des Zuges in verschiedenen Szenarien zu bewerten. Dazu gehören die Fähigkeit, die Geschwindigkeit an Steigungen beizubehalten, die regenerative Aufladung durch Bremsen und der emissionsfreie Betrieb in Bahnhofsbereichen. Die auffällige neue Lackierung des Zuges spiegelt diese gemeinsamen Anstrengungen zur Erforschung sauberer und effizienter Bahntechnologien wider.
Bei dem Zug handelt es sich um eine nachgerüstete Version der Klasse 802 "Nova 1" von TPE, ein fünfteiliges Intercity-Modell. Bei der Nachrüstung wird der Dieselmotor durch ein Batteriesystem ersetzt, das eine Spitzenleistung von über 700 kW erzeugt. Hochrechnungen zufolge könnten mit dieser Technologie die Emissionen und Kraftstoffkosten um bis zu 30 % gesenkt werden, was eine praktikable Option zur Verringerung der Umweltauswirkungen des Schienenverkehrs darstellt, ohne dass umfangreiche Änderungen an der Infrastruktur, wie z. B. eine Elektrifizierung der Oberleitungen, erforderlich sind.
Dieses Projekt konzentriert sich insbesondere auf das Potenzial der Batterietechnologie, den Bedarf an herkömmlicher Elektrifizierung in schwierigen Bereichen wie Tunneln und komplexen Kreuzungen zu verringern. Durch die erfolgreiche Demonstration dieser Fähigkeiten unterstützt die Initiative die umfassenderen Ziele der Dekarbonisierung des Bahnsektors, sowohl in Großbritannien als auch weltweit.
Der Versuch ist auch Teil eines umfassenderen Projekts zur Unterstützung der britischen Batterieindustrie. Hitachi Rail hat in Zusammenarbeit mit Turntide Technologies in Sunderland mehr als 15 Millionen Pfund investiert. Dies steht im Einklang mit den weltweiten Bemühungen von Hitachi um die Entwicklung und den Einsatz von Batterietechnologie in Personenzügen und baut auf den Erfahrungen in Japan und Italien auf, wo bereits Batterie-Hybridzüge eingeführt wurden.
Sollten sich die Versuche als erfolgreich erweisen, könnte die Technologie ein Schlüsselelement für die Abkehr von den weltweit immer noch weit verbreiteten Dieselzügen sein. Dieser Ansatz zur Nachrüstung von Batterien bietet einen potenziell kosteneffizienten Weg zur Erreichung der Netto-Null-Ziele in der Bahnindustrie.