Die ungarische Eisenbahngesellschaft MÁV plant die größte Erneuerung ihrer Lokomotivflotte seit Jahrzehnten und setzt dabei auf eine Mischung aus geleasten, neuen und möglicherweise gebrauchten Fahrzeugen, um ihren Betrieb zu modernisieren.
Drei Siemens Vectron-Elektrolokomotiven sind vor kurzem in Ungarn eingetroffen. Sie sind Teil des umfassenden Flottenerneuerungsprojekts der MÁV. Die von European Locomotive Leasing (ELL) geleasten Lokomotiven sollen im Februar in Betrieb genommen werden, nachdem sie inspiziert und an die Betriebsstandards angepasst wurden. Dazu gehören die Ausstattung der Lokomotiven mit den von der MÁV geforderten technischen Merkmalen und die Anbringung des Firmenlogos.
Umfassende Modernisierungsstrategie
In diesem Jahr plant die MÁV, ihre Flotte um insgesamt 55 neue Lokomotiven zu erweitern, darunter 15 Hochleistungsdiesel von Nordic Re-Finance und 40 Elektrolokomotiven. Bis Mitte 2026 sollen weitere 15 Elektrolokomotiven hinzukommen. Ein Teil der Flotte wird über Leasingverträge beschafft, andere Fahrzeuge werden neu angeschafft.
Zu den Vectron-Lokomotiven werden weitere geleaste Lokomotiven von Anbietern wie Akiem hinzukommen, darunter Astride-Lokomotiven, die derzeit auf der Intercity-Strecke Budapest-Pécs eingesetzt werden. Akiem hat außerdem einen Vertrag über das Leasing von 15 ES64U2-Lokomotiven abgeschlossen.
Potenzielle Schweizer EMUs
Neben den Lokomotiven werden auch Gespräche über den Erwerb von Triebzügen aus der Schweiz geführt, wie János Lázár. Der Minister für Bau und Verkehr, verriet dies in einem Interview mit dem Nachrichtenportal Boon. Diese gebrauchten, aber modernen Fahrzeuge könnten die Bemühungen der MÁV unterstützen, den Mangel an rollendem Material zu beheben und die Servicequalität zu verbessern. Die Einzelheiten der Beschaffung werden derzeit noch verhandelt, wobei die endgültigen Entscheidungen voraussichtlich mit dem Zeitplan für die Erweiterung des Fuhrparks der MÁV übereinstimmen werden.
Die MÁV-Gruppe wird im Jahr 2025 auf dem ungarischen Markt stärker werden. Neben der dringend benötigten Flottenerneuerung stärkt die staatliche MÁV auch ihre Management- und Eigentumskontrolle über GySEV, eine ungarisch-österreichische Eisenbahngesellschaft aus Sopron, die Personenverkehrsdienste im Osten Ungarns sowie grenzüberschreitende Dienste ins benachbarte Österreich anbietet.