KIRA ist das erste Projekt in Deutschland, das autonome Fahrzeuge der Stufe 4 für den öffentlichen Personenverkehr erprobt. Level 4 bedeutet, dass sich ein Fahrzeug autonom, d.h. ohne Fahrer, in einem definierten Gebiet bewegen kann. Der Name KIRA steht für "KI-basierter Regelbetrieb des autonomen Bedarfsverkehrs". Es wird von der Deutschen Bahn (DB) und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) geleitet.
Evelyn Palla, DB-Vorstandsmitglied für Regionalverkehr, erklärt: Autonomes Fahren bietet eine große Chance, den öffentlichen Verkehr attraktiver und erschwinglicher zu machen, vor allem außerhalb der großen Ballungsräume. Das KIRA-Projekt gibt einen beeindruckenden Einblick in das, was möglich ist.
Die sechs Fahrzeuge können im normalen Verkehr bis zu 130 Stundenkilometer schnell fahren. Alle Fahrmanöver werden vom Fahrzeug selbst ausgeführt. Während des Probebetriebs des KIRA-Projekts ist immer ein Sicherheitsfahrer an Bord. Die Fahrmanöver der Fahrzeuge werden von technischem Aufsichtspersonal in einer Leitstelle überwacht.
Knut Ringat, Vorstandsvorsitzender des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, fügt hinzu: "Mit dem autonomen Fahren wird der öffentliche Personennahverkehr in Zukunft immer und überall verfügbar sein. Davon werden vor allem ländliche Regionen profitieren. Wenn fahrerlose, flexibel buchbare Kleinbusse rund um die Uhr in Gegenden unterwegs sind, in denen heute nur wenige Male am Tag Busse fahren, wird der ÖPNV für alle zugänglich und deutlich attraktiver."
Die autonomen Fahrzeuge werden von DB Regio Bus Mitte betrieben. Die DB-Tochter ioki liefert die Software für die Buchung und Routenplanung und integriert auch die Softwarekomponenten der verschiedenen Technologiepartner. Ein weiterer Partner ist Mobileye, der die Selbstfahrtechnik, HD-Karten und spezielle Sensorik bereitstellt. Der Probebetrieb soll zunächst bis Ende 2025 laufen.